Startseite NachrichtenBundeskanzler Merz bekräftigt Freundschaft mit Israel trotz Gaza-Konflikt

Bundeskanzler Merz bekräftigt Freundschaft mit Israel trotz Gaza-Konflikt

Bundeskanzler Friedrich Merz betont bei seinem ersten Israel-Besuch die deutsch-israelische Freundschaft, trotz Gaza-Dilemma und Sicherheitsfragen.

von Mike Schwarz
Bundeskanzler Friedrich Merz betont bei seinem ersten Israel-Besuch die deutsch-israelische Freundschaft, trotz Gaza-Dilemma und Sicherheitsfragen.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Samstag, dem 6. Dezember 2025, bei seinem ersten offiziellen Besuch in Israel seit Amtsantritt die enge Verbindung und Freundschaft zwischen Deutschland und Israel unterstrichen, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf DW. Der Besuch, der auch Stationen in Jordanien einschloss, erfolgt in einer politisch angespannten Phase aufgrund der aktuellen Militäroperationen im Gazastreifen. Bei einem Treffen mit Präsident Isaac Herzog in Jerusalem sicherte Merz die fortlaufende Unterstützung Deutschlands für Israel zu, insbesondere nach den Massakern vom 7. Oktober 2023. Im Gästebuch des Präsidentenbüros schrieb er: „Die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel ist ein großer Schatz.“ Acht Jahrzehnte nach der Shoah betonte der Kanzler, dass es „unsere Verantwortung ist, die Verbindung zwischen unseren Ländern von Generation zu Generation zu stärken“.

Merz räumte im Gespräch mit Herzog ein, dass die israelischen Militäroperationen im Gazastreifen Berlin vor komplexe politische Herausforderungen stellen. Er verwies auf Maßnahmen Deutschlands, darunter die zeitweise Aussetzung von Waffenlieferungen an Israel, um Bedenken zu adressieren. Trotz dieser Punkte betonte der Kanzler, dass es keine grundlegenden Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Ländern gebe. Außerdem würdigte Merz die Vermittlungsbemühungen Jordaniens unter König Abdullah II.

Auch der von US-Präsident Donald Trump vorgelegte Friedensplan für Gaza wurde diskutiert. Merz äußerte die Hoffnung, dass der Friedensprozess voranschreiten könne, betonte jedoch die Notwendigkeit der Entwaffnung der Hamas. „Dieser Krieg wird ausschließlich von der Hamas geführt“, sagte er. Eine friedliche Zukunft für die Region sei möglich, wenn die Hamas ihre Waffen niederlege. Präsident Herzog zeigte sich optimistisch, dass der Plan neue Perspektiven für Gaza, Israel und benachbarte Staaten eröffnen könne. Zudem würdigte er die Entscheidung Deutschlands, das Raketenabwehrsystem Arrow 3 in Europa zu stationieren, als bedeutend und eindrucksvoll.

Für Sonntag ist ein umfangreiches Programm vorgesehen. Merz besucht vormittags die Gedenkstätte Yad Vashem, um der Opfer des Holocaust zu gedenken. Danach ist ein Treffen mit Premierminister Benjamin Netanjahu geplant, bei dem Merz erneut für die Zwei-Staaten-Lösung werben will, die Netanjahu und seine Regierung bisher ablehnten.

Darüber hinaus wird erwartet, dass der Kanzler Israel zur Bereitstellung zusätzlicher humanitärer Hilfe für Gaza auffordert. Auch die steigenden Spannungen im Westjordanland sollen Thema der Gespräche sein. Vor der Rückreise nach Berlin plant Merz Treffen mit ehemaligen Geiseln der Hamas sowie mit Angehörigen von getöteten Geiseln.

Zuvor schrieben wir über Starmer will engere EU-Beziehungen: Trotz Rhetorik bleiben die Brexit-„roten Linien“ bestehen.

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