Der ehemalige SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert wechselt in den Lobbyismus und übernimmt künftig eine leitende Position bei der Bürgerbewegung Finanzwende, berichten 4thebike.de mit Verweis auf die Mitteilung der Тagesschau. Dort wird er den Bereich Steuern, Verteilung und Lobbyismus verantworten und sich für alternative Finanzpolitik und mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen.
Kühnert, 36 Jahre alt, hatte im Herbst 2024 überraschend seinen Rückzug aus der aktiven Politik bekanntgegeben. Nun ist klar, dass er sich als Lobbyist engagiert, um die Interessen einer fairen Finanzpolitik zu vertreten. Er erklärte, Finanzwende solle ein wirksames Gegengewicht zur einflussreichen Finanzlobby werden, und er wolle aktiv dazu beitragen, dass dieses Projekt erfolgreich umgesetzt wird. Kühnert betont, dass extreme Ungleichheit nicht nur die Lebenschancen einschränke, sondern auch die öffentliche Debatte in Medien und Politik verzerrt. Seiner Ansicht nach werde Reichtum weltweit immer häufiger als Machtinstrument genutzt, gegen das er aktiv vorgehen wolle.
Die Bürgerbewegung Finanzwende wurde vom früheren Grünen-Finanzexperten Gerhard Schick gegründet, um den Einfluss der Finanzlobby auszugleichen und laut Eigendarstellung stabilere, gerechtere und nachhaltige Finanzmärkte zu fördern. Der Verein hat nach eigenen Angaben mehr als 17.000 Mitglieder. Schick bezeichnete Kühnert als „erfahrenen politischen Kopf“, der seine Erfahrung aus der politischen Arbeit und seine Leidenschaft für soziale Gerechtigkeit einbringe.
Die Organisation setzt sich unter anderem gegen Steuerbetrug und für eine faire Verteilung von Ressourcen ein. Kühnert war von 2019 bis 2021 stellvertretender SPD-Parteivorsitzender und von 2021 bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2024 Generalsekretär der Partei. Seinen Bundestagswahlkreis hatte er 2021 in Berlin direkt gewonnen. Bei der Bundestagswahl 2025 trat er nicht erneut an. Den Rückzug aus der Politik begründete Kühnert zunächst mit gesundheitlichen Problemen, später erwähnte er in einem Interview mit der „Zeit“ auch körperliche Angriffe und Bedrohungen, unter anderem von Neonazis und Corona-Leugnern.
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