Beim Neujahrskonzert 2026 der Wiener Philharmoniker führte der junge kanadische Dirigent Yannick Nézet-Séguin das Orchester erstmals in diesem Format, setzte auf mutige Neuerungen, integrierte jedoch bewusst die großen Traditionsbögen des Wiener Musiklebens, berichtet 4thebike.de. Die Aufführung reichte bis weit ins 20. Jahrhundert und enthielt erstmals zwei Kompositionen von Frauen. Der Zugabenteil des Konzerts zeichnete sich durch einen flammenden Friedensappell, Standing Ovations nach dem „Donauwalzer“ und eine Premiere aus: Nézet-Séguin dirigierte den „Radetzky-Marsch“ aus dem Mittelgang des Parketts, was vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.
Der Beginn des Konzerts verband Schwung und Ruhe im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Mit der Ouvertüre zu Johann Strauss’ erstem Bühnenwerk „Indigo und die vierzig Räuber“ und weiteren Stücken des Strauss-Clans wurde die musikalische Tradition der Familie gefeiert, ohne auf zu bekannte Elemente zurückzugreifen. Zum regulären Abschluss präsentierten die Philharmoniker die „Friedenspsalmen“ von Josef Strauss, ein Werk, das die Überwindung historischer Konflikte durch kulturelle Größe thematisiert.
Für die Teilnahme am Konzert zeichnete sich Nézet-Séguin durch seine Präsenz ohne Dirigentenpult und Noten aus, wodurch das Schwelgen im Klangkörper der Wiener Philharmoniker besonders intensiv wurde. Stücke wie Ziehrers „Donausagen“ und Joseph Lanners „Malapou-Galoppe“ demonstrierten die Virtuosität der Musiker und die Fähigkeit, sowohl klassische Wiener Traditionen als auch Neuentdeckungen lebendig zu präsentieren.
Die Aufführung beinhaltete zudem internationale Einflüsse. Johann Strauss Sohns „Fledermaus-Quadrille“ und Vater Strauss’ „Der Karneval in Paris“ verdeutlichten die europaweite Wirkung der Strauss-Familie. Ergänzt wurde das Programm durch Werke von Josephine Weinlich, Gründerin des ersten Damenorchesters Europas, sowie von Florence Price, der ersten afroamerikanischen Komponistin, deren Orchesterwerk 1933 von einem großen US-Orchester aufgeführt wurde. Nézet-Séguin betonte die Bedeutung dieser Stücke als „Herzensangelegenheit“.
Ein weiterer Höhepunkt war die Einbindung des Dänen Hans Christian Lumbye, dessen „Eisenbahner Dampf-Galopp“ den Einfluss der Wiener Tradition auf internationale Komponisten verdeutlichte. Den Abschluss des Konzertteils bildeten der Walzer „Rosen aus dem Süden“ und die „Diplomaten-Polka“, begleitet von Tanzdarbietungen des Wiener Staatsballetts, choreografiert von John Neumeier.
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