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USA beschlagnahmen Öltanker „Bella 1“ und „Sophia“ mit Verbindungen zu Venezuela

Die USA haben zwei Öltanker mit Venezuela-Bezug beschlagnahmt. Russland kritisiert das Vorgehen. Beide Schiffe werden von US-Streitkräften kontrolliert.

von Mike Schwarz
Die USA haben zwei Öltanker mit Venezuela-Bezug beschlagnahmt. Russland kritisiert das Vorgehen. Beide Schiffe werden von US-Streitkräften kontrolliert.

Die Vereinigten Staaten haben im Nordatlantik einen Öltanker, der unter russischer Flagge fuhr, beschlagnahmt. Das Schiff, das Verbindungen zu Venezuela haben soll, war zuvor von Russland geschützt worden, indem ein U-Boot und weitere Schiffe entsandt wurden. Zugleich beschlagnahmten die US-Streitkräfte in der Karibik einen weiteren, offiziell staatenlosen Frachter wegen mutmaßlicher „illegaler Aktivitäten“, berichten 4thebike.de.

Bei dem unter russischer Flagge fahrenden Tanker handelt es sich um die „Bella 1“. Laut Angaben des Eucom hatte das Schiff zunächst versucht, einer US-Kontrolle im karibischen Raum zu entkommen, bevor es in den Nordatlantik verfolgt wurde. Während der Fahrt nach Venezuela änderte das Schiff den Kurs abrupt und nahm Berichten zufolge auch einen neuen Namen an, „The Marinera“, um der US-Kontrolle zu entgehen.

Das russische Verkehrsministerium kritisierte die Aktion der USA scharf. Es erklärte, dass kein Staat das Recht habe, Gewalt gegen Schiffe auszuüben, die ordnungsgemäß unter der Gerichtsbarkeit anderer Staaten registriert sind. Zudem verlangte Russland eine humane und würdige Behandlung der Besatzungsmitglieder, von denen sich auch russische Staatsbürger an Bord befinden, sowie die strikte Wahrung ihrer Rechte und eine zügige Rückkehr in die Heimat. Das Ministerium berief sich dabei auf die UN-Seerechts-Konvention von 1982, wonach die freie Fahrt ordnungsgemäß registrierter Schiffe in internationalen Gewässern nicht behindert werden darf. Der Tanker „Bella 1“ habe am 24. Dezember eine vorläufige Genehmigung für die Fahrt unter russischer Flagge erhalten, die nach internationalem Recht gültig sei.

In der Karibik griff die US-Küstenwache das Schiff „Sophia“ auf. Laut dem für die Region zuständigen Südkommando der US-Streitkräfte (Southcom) wurde das Schiff bis „zur endgültigen Klärung des Falls“ in die USA eskortiert. Dem Frachter werden „illegale Aktivitäten“ vorgeworfen. Bereits vor einigen Wochen hatte das US-Militär zwei weitere Öltanker vor der Küste Venezuelas unter Kontrolle gebracht.

US-Präsident Donald Trump hatte im Vorfeld des Militäreinsatzes in Venezuela eine Seeblockade gegen sanktionierte Öltanker angeordnet. Diese Blockade sollte Schiffe treffen, die entweder venezolanische Häfen anlaufen oder verlassen. Trump begründete das Vorgehen damit, dass Venezuela Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA entwendet habe, die nun zurückgegeben werden müssten.

Zuvor schrieben wir über Sieben europäische Staaten verteidigen Grönland gegen Trumps Besitzansprüche der USA.

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