Washington/Nuuk – US-Präsident Donald Trump (79) hat im Streit um Grönland erneut die Möglichkeit einer militärischen Intervention nicht ausgeschlossen, um die Kontrolle über die Arktis-Insel zu sichern, berichtet 4thebike.de auf Bild. Trump erklärte im Weißen Haus: „Wir werden wegen Grönland etwas unternehmen, ob es ihnen passt oder nicht. Ich würde gerne einen Deal machen – aber wenn wir es nicht auf die einfache Art tun, werden wir es auf die harte Art tun.“
Der Präsident begründet seinen Schritt mit der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten. In den Gewässern rund um Grönland seien zunehmend russische und chinesische Schiffe präsent. „Wenn wir es nicht machen, werden Russland oder China Grönland einnehmen, und wir wollen Russland oder China nicht als Nachbarn haben“, betonte Trump. Er machte deutlich, dass die USA die Insel verteidigen müssten.
Die grönländische Hauptstadt Nuuk rückt dadurch stärker in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit. Bereits im März 2025 protestierten Einwohner der Insel gegen Trumps Pläne, indem sie Schilder mit der Aufschrift „Wir stehen nicht zum Verkauf“ trugen. Die Vorsitzenden aller fünf Parteien im grönländischen Parlament Inatsisartut erklärten: „Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein.“ Sie fordern, dass die Zukunft Grönlands ausschließlich vom grönländischen Volk entschieden wird.
Grönland ist offiziell Teil des Königreichs Dänemark, verfügt jedoch über weitgehende Autonomie. Die Insel, mit rund 57.000 Einwohnern, hat strategische Bedeutung aufgrund ihrer geografischen Lage, militärischer Basen und möglicher Rohstoffe. Rund 80 Prozent der Fläche sind von Eis bedeckt; Grönland ist etwa sechsmal so groß wie Deutschland.
Die Äußerungen Trumps haben in Europa Besorgnis ausgelöst. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte, ein US-Angriff auf Grönland könnte das Ende der NATO bedeuten. Auch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet betonte, dass die Allianz unter Druck stehe und sich auf solche Szenarien vorbereiten müsse. Mehrere NATO-Staaten diskutieren inzwischen über eine verstärkte Präsenz in der Arktis, unter anderem durch einen Überwachungseinsatz namens „Arctic Sentry“, um die Sicherheitsbedenken der USA zu adressieren. Der Konflikt gilt als hochriskant, da offene Drohungen innerhalb des Bündnisses die Glaubwürdigkeit der NATO erheblich gefährden könnten, besonders vor dem Hintergrund von Russlands Krieg gegen die Ukraine und Chinas Ansprüchen auf Taiwan.
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