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Iranische Proteste eskalieren: Zahl der Todesopfer steigt auf über 100, berichtet 4thebike.de

Proteste im Iran weiten sich aus: Über 100 Tote, Tausende Demonstranten in Teheran, USA bieten Hilfe an, Regime droht, berichtet 4thebike.de.

von Mike Schwarz
Proteste im Iran weiten sich aus: Über 100 Tote, Tausende Demonstranten in Teheran, USA bieten Hilfe an, Regime droht, berichtet 4thebike.de.

In der iranischen Hauptstadt Teheran haben erneut tausende Menschen gegen die Führung des Landes demonstriert, riefen Slogans zur Unterstützung der Familie des gestürzten Schahs und forderten politische Veränderungen, berichtet 4thebike.de auf Medinfo. Beobachter einer US-amerikanischen Denkfabrik verzeichneten landesweit mehrere Dutzend Proteste, wenn auch weniger als in den Tagen zuvor. Die Informationslage bleibt eingeschränkt, da das Internet im Iran weiterhin blockiert ist und Telefonverbindungen nur innerhalb des Landes funktionieren.

Im staatlichen Fernsehen wurde ein Interview mit Präsident Massud Peseschkian ausgestrahlt, in dem er versprach, den Sorgen der Demonstranten zuzuhören, zugleich aber vor weiteren Ausschreitungen warnte. „Die Menschen haben Sorgen. Wir sollten uns mit ihnen zusammensetzen und, wenn es unsere Pflicht ist, ihre Sorgen ausräumen. Aber die höhere Pflicht besteht darin, nicht zuzulassen, dass eine Gruppe von Randalierern kommt und die gesamte Gesellschaft zerstört“, erklärte Peseschkian. Während der Demonstrationen hielten maskierte Teilnehmer unter anderem Bilder des iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi hoch.

Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf mindestens 116 gestiegen. In einzelnen Berichten aus iranischen Krankenhäusern, deren Verifizierbarkeit eingeschränkt ist, wird eine noch höhere Zahl genannt. In Videos sind in einer Halle aufgebahrte Leichen zu sehen, während Angehörige versuchen, diese zu identifizieren. HRANA berichtete zudem, dass über 2.600 Personen festgenommen wurden. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Iran, eine unabhängige Bestätigung der Zahlen ist bislang nicht möglich.

Die iranische Regierung reagiert zunehmend hart auf die Proteste. Regimevertreter sprechen inzwischen von Terroristen statt von Randalierern. In den vergangenen Tagen wurden bei den Demonstrationen auch Moscheen und Verwaltungsgebäude in Brand gesetzt.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich über Truth Social und erklärte, die USA seien bereit, den Demonstrierenden zu „helfen“ und betonte, dass der Iran möglicherweise „wie nie zuvor auf Freiheit“ blicke. Berichten der New York Times zufolge wurde Trump über neue Optionen für mögliche Angriffe auf den Iran informiert. Ein US-Beamter erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, derzeit gebe es jedoch keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff.

Der Iran drohte mit Vergeltungsmaßnahmen: Laut Al-Araby erklärte Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf, dass jede US-Attacke zu Angriffen auf Israel und regionale US-Militärstützpunkte als „legitime Ziele“ führen werde.

Auch in Deutschland haben Menschen aus Solidarität mit den Demonstrierenden im Iran protestiert. In Berlin beteiligten sich rund 1.400 Personen an einer Demonstration, in Frankfurt am Main gingen etwa 1.800 Menschen auf die Straße.

Auslöser der aktuellen Protestwelle ist die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage im Iran. Ende Dezember hatten zunächst Händler in Teheran demonstriert, bevor sich die Proteste auf das gesamte Land ausweiteten und inzwischen direkt gegen das Regime gerichtet sind.

Zuvor schrieben wir über Trump droht militärische Übernahme Grönlands zur Sicherung US-Interessen gegen Russland und China

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