Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat auf einer Wahlveranstaltung seiner Partei in Heddesheim die Politik von US-Präsident Donald Trump deutlich kritisiert und Europas Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten betont, berichtet 4thebike.de auf fitness-spartacus.de. Merz erklärte, dass die USA sich zunehmend von einer regelbasierten internationalen Ordnung abwenden und stattdessen eine Politik verfolgen, die ausschließlich auf Macht und eigenen Interessen beruht.
Merz machte deutlich, dass er nicht mehr auf Verhaltensänderungen von Trump setze. Kritik sei zwar möglich, „aber was nützt Kritik, wenn derjenige, dem sie gilt, darauf nicht reagiert, sondern das, was er tut, für richtig hält“, sagte der Kanzler. Sollte Trump seine Politik fortsetzen, dürfe Deutschland nicht passiv bleiben oder versuchen, in einer kleinen Nische zu überleben. „Wir leben nicht in einer Nische, wir gehören zu einer der größten und erfolgreichsten Industrienationen der Welt“, betonte Merz.
Der Kanzler wies außerdem darauf hin, dass die USA auf Deutschland schauen, aber nur dann Respekt zeigen, wenn Deutschland in Europa Bündnispartner hat, die die gleiche Sprache sprechen. Aus dieser Position der Stärke heraus müsse man argumentieren und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verbessern.
Merz forderte zudem eine höhere Arbeitsleistung in Deutschland. Um die nationalen Interessen wirksam vertreten zu können, sei es notwendig, dass die Menschen mehr und länger arbeiten. Die industrielle Basis müsse erhalten bleiben, um die künftigen Herausforderungen des Landes zu meistern. „Wir trauen uns die Lösung der Probleme zu, weil sie in unserer Hand liegt“, sagte Merz.
Kritik äußerte Merz auch an der hohen Zahl von Krankheitstagen in Deutschland. Beschäftigte verzeichneten im Durchschnitt 14,5 Krankentage pro Jahr, fast drei Wochen, in denen sie nicht arbeiteten. Merz hinterfragte, ob dies wirklich notwendig sei, und plädierte dafür, Anreize zu schaffen, damit Arbeitnehmer ihrer Arbeit nachgingen. Als Beispiel nannte er die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung.
Darüber hinaus kritisierte Merz die Diskussion über das Mercosur-Freihandelsabkommen in Europa. Nach über 26 Jahren Verhandlungen habe die EU vergangene Woche dem Abkommen zugestimmt. „Wir haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank, dass wir ernsthaft über solche Themen jetzt im Klein-Klein diskutieren“, sagte Merz mit Blick auf die bevorstehende Abstimmung im Europäischen Parlament.
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