Donald Trumps Drohungen im Zusammenhang mit Grönland und geplanten Strafzöllen belasten weiterhin das Verhältnis zwischen den USA und Europa. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) rief zu einem zurückhaltenden Umgang mit Washington auf und betonte die strategische Bedeutung der Vereinigten Staaten für Deutschland und die Europäische Union, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf Spiegel. Spahn verwies insbesondere auf Sicherheitsfragen, die nukleare Teilhabe, die Lage in der Ukraine, Russland sowie den Austausch von Geheimdienstinformationen betreffen.
Im Deutschlandfunk unterstrich Spahn vor dem Auftritt von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Mittwochnachmittag: „Wir sind in Sicherheitsfragen auf die USA angewiesen.“ Er hob hervor, dass die transatlantische Partnerschaft trotz Differenzen im Handel und bei territorialen Streitfragen wie Grönland für Europa von zentraler Bedeutung bleibe.
Am Wochenende hatte Trump mehreren europäischen NATO-Staaten mit Strafzöllen gedroht, nachdem sie seine Besitzansprüche auf Grönland nicht anerkannt hatten. Die Europäische Union prüft nun mögliche Gegenzölle in Höhe von rund 93 Milliarden Euro oder andere Maßnahmen, die amerikanische Unternehmen auf dem europäischen Markt betreffen könnten.
Spahn betonte, dass die EU und die USA gemeinsam stärker seien. „Deshalb ist es sinnvoll, eine Eskalation zu vermeiden. Wenn sie sich nicht vermeiden lässt, muss man vorbereitet sein“, erklärte der CDU-Politiker. Gleichzeitig warnte er davor, angesichts von Trumps Vorgehen die NATO infrage zu stellen, auch wenn es notwendig sei, klar auf die Zolldrohungen zu reagieren.
Bereits zuvor hatte Spahn in einem Gespräch mit Reuters Trumps Annexionsansprüche auf Grönland und seine Zolldrohungen kritisiert. „Die Forderungen, die Drohungen von Donald Trump, des US-Präsidenten, sind für uns inakzeptabel. Es ist schwer erträglich, dass der wichtigste Bündnispartner nur schwer berechenbar ist. Es ist wichtig, bei Gesprächen immer wieder zu prüfen, ob man doch gemeinsamen Grund mit den USA finden kann“, so Spahn.
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