Startseite NachrichtenTrump nominiert Kevin Warsh als Fed-Chef: Neuer Kurs für US-Zentralbank und Märkte ab 2026

Trump nominiert Kevin Warsh als Fed-Chef: Neuer Kurs für US-Zentralbank und Märkte ab 2026

Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Fed-Vorsitzenden, um Jerome Powell abzulösen. Finanzmärkte reagieren vorsichtig auf die Entscheidung der US-Zentralbank.

von Mike Schwarz
Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Fed-Vorsitzenden, um Jerome Powell abzulösen. Finanzmärkte reagieren vorsichtig auf die Entscheidung der US-Zentralbank.

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve nominiert, um Jerome Powell abzulösen, nach monatelanger Unsicherheit um die Leitung der Zentralbank, berichtet 4thebike.de auf CNBC. Die Entscheidung beendet eine fünfmonatige Auswahlphase, die offiziell letzten Sommer begann, deren Spannungen jedoch bereits 2018 mit Trumps wiederholter Kritik an der Powell-geführten Fed ihren Anfang nahmen.

Trump betonte in einem Beitrag auf Truth Social, dass er Warsh seit langem kenne und überzeugt sei, dass er „zu den großartigsten Fed-Vorsitzenden gehören wird, vielleicht sogar der Beste“. Mit 55 Jahren bringt Warsh Erfahrung aus früheren Fed-Positionen mit, was in den Finanzmärkten als Stabilitätsfaktor gewertet wird und nicht zwingend auf politische Gefälligkeiten schließen lässt. David Bahnsen, Chief Investment Officer der Bahnsen Group, erklärte gegenüber CNBC: „Er genießt Respekt und Glaubwürdigkeit auf den Finanzmärkten.“ Bahnsen fügte hinzu: „Kurzfristig wird er die Zinssätze wahrscheinlich senken, langfristig gilt er als glaubwürdiger Kandidat.“

Seit Powells Bestätigung 2018 hatte Trump die Fed wiederholt unter Druck gesetzt, die Zinssätze aggressiv zu senken. Selbst nach drei aufeinanderfolgenden Kürzungen im Jahr 2025 setzte er die Kritik fort, insbesondere an den Kostenüberschreitungen beim umfangreichen Renovierungsprojekt des Fed-Hauptquartiers in Washington D.C. Warsh selbst sprach in einem CNBC-Interview im Sommer von einem notwendigen „Regimewechsel“ bei der Fed und kritisierte die derzeitigen Amtsinhaber für ein Defizit an Glaubwürdigkeit.

Die Nominierung erfolgt zu einem der heikelsten Zeitpunkte für die US-Notenbank seit Jahrzehnten: Die Inflation ist noch nicht vollständig unter Kontrolle, die Staatsverschuldung steigt, und die Fed steht unter ungewöhnlich direktem politischen Druck in ihrer Geldpolitik. Zuletzt hatte das Justizministerium Powell in Bezug auf das Bauprojekt vorgeladen, worauf dieser in ungewöhnlich deutlichen Worten reagierte und den Schritt als Vorwand bezeichnete, die Fed zu politischen Gefälligkeiten zu drängen.

Trump und andere Regierungsvertreter haben mehrfach Vorschläge gemacht, wie etwa stärkere Aufsicht durch das Weiße Haus oder Änderungen im Zinspolitikprozess, die die Unabhängigkeit der Fed infrage stellen könnten. Der Auswahlprozess umfasste ursprünglich 11 Kandidaten, von aktuellen und ehemaligen Fed-Mitgliedern bis hin zu prominenten Ökonomen und Finanzexperten. Unter Leitung von Finanzminister Scott Bessent wurde das Feld schließlich auf fünf und dann vier Kandidaten reduziert. Trump deutete letzte Woche gegenüber CNBC an, dass er sich entschieden habe.

Die politische und wirtschaftliche Situation bleibt jedoch herausfordernd: Senator Thom Tillis kündigte an, alle Fed-Nominierungen zu blockieren, bis die Ermittlungen des Justizministeriums abgeschlossen sind. Gleichzeitig liegt die Inflation noch deutlich über dem Zielwert der Fed von 2 %, während der Arbeitsmarkt sich verlangsamt und die Wirtschaft in einer Phase minimaler Einstellungen operiert, was die geldpolitischen Maßnahmen erschwert. Märkte erwarten derzeit höchstens zwei weitere Zinssenkungen in diesem Jahr, bevor der Leitzins das langfristige „neutrale“ Niveau von rund 3 % erreicht, das weder Wirtschaftswachstum fördert noch hemmt.

Unklar bleibt auch die Zukunft von Powell. Historisch treten Vorsitzende nach ihrer Ablösung meist zurück, doch Powell könnte die verbleibenden zwei Jahre seiner Gouverneurszeit nutzen, um die Unabhängigkeit der Fed zu schützen. Das Oberste Gericht prüft derzeit Trumps Versuch, Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen, ein Fall, der die Befugnisse des Präsidenten gegenüber Fed-Mitgliedern letztlich klären könnte.

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