In Warschau wurde ein langjähriger ziviler Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums festgenommen, nachdem er unter Verdacht geraten war, geheime Informationen an Russland weitergegeben zu haben, berichtet 4thebike.de mit Bezug auf Тagesschau. Die polnischen Behörden schließen weitere Festnahmen nicht aus und bestätigen die aktive Rolle von Militärpolizei und Staatsanwaltschaft bei der Operation.
Der 60-jährige Verdächtige war seit den 1990er-Jahren in der Strategie- und Planungsabteilung des Ministeriums tätig und hatte verschiedene Positionen in der mittleren Führungsebene inne. Laut dem Nachrichtenportal „Onet“ wurde er durch die Abwehr militärischer Spionageaktivitäten enttarnt. Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass vor allem Infrastruktureinrichtungen wie Bahnstrecken im Fokus der Spionagetätigkeit standen.
Der Fall gilt als äußerst brisant, da es seit Jahren keinen vergleichbaren Vorfall innerhalb des sensiblen Bereichs des Verteidigungsministeriums gegeben hat, zitiert „Onet“ informierte Quellen. Polen als östlicher NATO-Partner spielt eine Schlüsselrolle bei der Militärhilfe für die Ukraine, wodurch das Land für russische Geheimdienste besonders interessant ist. Die polnische Regierung wirft Russland verschiedene Formen hybrider Kriegsführung vor, darunter Spionage, Sabotage, das Eindringen von Drohnen in den Luftraum sowie die gezielte Einschleusung von Migranten. Moskau weist diese Vorwürfe regelmäßig zurück und kritisiert den Westen wegen angeblicher antirussischer Propaganda.
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