Der Rücktritt von Premierminister Keir Starmers Stabschef Morgan McSweeney bringt die britische Regierung angesichts der sogenannten Epstein-Files weiter in Bedrängnis, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf die tagesschau. McSweeney, ein 48-jähriger Ire und erfahrener politischer Stratege, spielte eine zentrale Rolle beim überwältigenden Wahlsieg der Labour Party 2024 und war nach dem Rücktritt der bisherigen Stabschefin Starmers engster Berater in Regierungsangelegenheiten, Parteipolitik und Kommunikationsstrategien.
Als enger Vertrauter von Labour-Urgestein Peter Mandelson erklärte McSweeney in seiner Rücktrittserklärung, er habe die Verantwortung für Mandelsons Berufung zum US-Botschafter übernommen. „Es war ein Fehler, Peter Mandelson zu ernennen“, schrieb er. „Er hat unserer Partei, unserem Land und dem Vertrauen in die Politik geschadet.“ McSweeney räumte ein, Starmer damals zu dieser Ernennung geraten zu haben, und übernahm die volle Verantwortung für diesen Rat.
Die Epstein-Files sind eine umfassende Sammlung von Dokumenten, Zeugenaussagen und Gerichtsunterlagen rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der 2019 in seiner New Yorker Gefängniszelle starb, bevor ein Strafprozess stattfinden konnte. Die Unterlagen enthalten Aussagen von Opfern und Zeugen, E-Mails, Fotos, Videos sowie die Namen zahlreicher Personen, die mit Epstein in Kontakt standen, darunter Prominente aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die bloße Nennung bedeutet keine Schuld. Die Akten zeigen das weitreichende Netzwerk Epsteins und wie er seinen Einfluss nutzte, um sich und andere zu schützen.
Ex-Premier Gordon Brown meldete sich ebenfalls zu Wort: Mandelson habe in Browns Amtszeit als Wirtschaftsminister dem Finanzier Epstein vertrauliche Informationen weitergegeben. Die Polizei hat inzwischen zwei Immobilien Mandelsons durchsucht und ermittelt wegen Amtsmissbrauchs. Medienberichte legen nahe, dass Epstein Mandelson beim Kauf eines Millionen-Anwesens in London unterstützt haben soll und dass die britische Regierung Mandelson nach seiner Absetzung als Botschafter eine Abfindung gezahlt habe.
In Umfragen liegt die Labour Party deutlich hinter der rechtspopulistischen Reform Partei zurück. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Opinium befürworten mehr als 55 Prozent der Briten Starmers Rücktritt. Arbeitsminister Pat McFadden warnte, häufige Regierungswechsel schadeten dem Land: „Wir können nicht alle 18 Monate unseren Premierminister wechseln. Das schadet Wirtschaft, Vertrauen und internationalem Ruf.“ Auch Ex-Premier Brown betonte, Starmer sei integer und werde die Krise bereinigen.
Starmer selbst dankte McSweeney öffentlich für dessen Arbeit. Eine klare Nachfolgeregelung innerhalb der Labour-Fraktion zeichnet sich jedoch noch nicht ab: Angela Rayner ist durch Steueruntersuchungen belastet, und Wes Streeting gilt als Mandelson-Vertrauter. Die Sicherheitsüberprüfungsunterlagen vor Mandelsons Ernennung zum Botschafter sollen in den kommenden Monaten veröffentlicht werden, was weiteren politischen Druck auf Starmer bedeuten könnte.
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