Kanadas Premierminister Mark Carney besuchte kürzlich ein Autoteilewerk in Woodbridge, wo er einen Roboterarm berührte, um die technologische Modernisierung der Branche zu unterstreichen, berichtet 4thebike.de. Mit einer neuen Strategie will Kanada seine Abhängigkeit von den USA im Automobilsektor reduzieren und gleichzeitig die Elektromobilität stark fördern.
Im Rahmen dieser Strategie hat Kanada in den letzten Monaten 13 Handels- und Sicherheitsverträge auf vier Kontinenten abgeschlossen, darunter auch mit der Volksrepublik China. Im Januar einigten sich Chinas Staatschef Xi Jinping und Carney darauf, Handelsbarrieren für bestimmte Produkte deutlich zu verringern. China senkt daraufhin die Zölle auf kanadischen Raps, während Kanada im Gegenzug Zölle auf chinesische Elektroautos reduziert.
Die neuen Abkommen stehen im direkten Kontrast zu den Drohungen von US-Präsident Trump, der Kanada bereits mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf den Import von Waren gedroht hatte. Zudem wurden Strafzölle auf kanadische Flugzeuge diskutiert, nachdem allen in Kanada hergestellten Flugzeugen die US-Zulassung entzogen wurde. Trump setzt häufig Zölle als Druckmittel ein, um seine Politik durchzusetzen, teilweise jedoch nur als Drohgebärde.
Nach seiner China-Reise trat Premierminister Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos auf. In seiner Rede kritisierte er indirekt die aggressive „America First“-Politik der USA. Carney erklärte, die alte Weltordnung werde nicht zurückkehren und die Mittelmächte müssten zusammenarbeiten, um nicht zwischen den Großmächten USA und China zerrieben zu werden.
Die kanadische Regierung verfolgt mit ihrer Strategie nicht nur wirtschaftliche Unabhängigkeit, sondern auch die Stärkung der eigenen technologischen und industriellen Kapazitäten im Bereich der Elektromobilität, was angesichts internationaler Spannungen und Handelskonflikte von zentraler Bedeutung ist.
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