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Tumbler Ridge: Mindestens 10 Tote bei Schusswaffenangriff an kanadischer Schule – Premier Carney sagt Sicherheitskonferenz ab

Mindestens zehn Tote bei Schusswaffenangriff an kanadischer Schule in Tumbler Ridge. Premier Carney sagt Sicherheitskonferenzreise ab, Ermittlungen laufen.

von Mike Schwarz
Mindestens zehn Tote bei Schusswaffenangriff an kanadischer Schule in Tumbler Ridge. Premier Carney sagt Sicherheitskonferenzreise ab, Ermittlungen laufen.

Bei einem Schusswaffenangriff an der Tumbler Ridge Secondary School in der kanadischen Provinz British Columbia wurden am Dienstag mindestens zehn Menschen getötet, 27 weitere verletzt, berichten 4thebike.de mit Verweis welt. In einem nahegelegenen Haus entdeckte die Polizei später zwei weitere Leichen, die mutmaßlich in Verbindung mit dem Schulvorfall stehen, meldet 4thebike.de mit Quellenangabe.

Die Schüsse fielen am Vormittag in der Stadt Tumbler Ridge, rund 1000 Kilometer nördlich von Vancouver, in der gleichnamigen weiterführenden Schule. Polizeichef Ken Floyd erklärte gegenüber der Presse, dass das Motiv der Tat bisher unklar sei: „Wir sind noch nicht in der Lage zu verstehen, warum oder was diese Tragödie möglicherweise motiviert haben könnte.“ Die Behörden untersuchen zudem die Beziehung zwischen dem mutmaßlichen Täter und den Opfern.

Nach Angaben des Lokalmediums „Juno News“, das mit einem Onkel des Täters sprach, handelt es sich bei der Schützin um eine Transperson. Die britische „Daily Mail“ berichtete von einer Person, die in einem Kleid auftrat. Erste Polizeimeldungen sprachen zunächst von einer Frau.

Polizeibeamte stürmten unmittelbar nach den Schüssen die Schule, um die Bedrohung zu lokalisieren. Dabei stießen sie auf sieben Tote, darunter offenbar auch den mutmaßlichen Täter, der an einer selbst zugefügten Verletzung starb. Ein weiteres Opfer verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Unter den Verletzten befanden sich zwei Personen mit lebensbedrohlichen Verletzungen, die per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen wurden.

Die Stadt Tumbler Ridge mit rund 2400 Einwohnern wurde aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Der Peace River South School District teilte mit, dass die Tumbler Ridge Secondary School und die örtliche Grundschule abgeriegelt worden seien und Sicherheitsprotokolle aktiviert wurden. Der Abgeordnete Larry Neufeld appellierte an die Bewohner: „Wir verstehen, dass einige Leute nach ihren Angehörigen suchen, aber bitte kehren Sie nach Hause zurück und bleiben Sie dort, um sich in Sicherheit zu bringen.“ Polizei und Rettungsdienste unterstützen die Gemeinde umfassend.

Der Regierungschef von British Columbia, David Eby, erklärte: „Unsere Herzen sind heute Abend in Tumbler Ridge bei den Familien derer, die ihre Lieben verloren haben.“ Die Regierung werde dafür sorgen, dass die betroffenen Personen und Familien alle erforderliche Unterstützung erhalten.

Kanadas Premierminister Mark Carney äußerte auf X (ehemals Twitter) tiefe Bestürzung über den Vorfall: „Ich schließe mich den Kanadiern an, die heute mit jenen trauern, deren Leben unwiderruflich verändert wurde, und danke den Ersthelfern für ihren Mut und ihre Selbstlosigkeit, die ihr Leben riskierten, um ihre Mitbürger zu schützen.“ Carney sagte seine geplante Reise zur Münchner Sicherheitskonferenz ab, bei der er ursprünglich am Mittwoch erwartet wurde, und verschiebt auch seine für Freitag geplante Eröffnungsrede, berichtete der „Toronto Star“.

Tumbler Ridge ist die am stärksten von dieser Tragödie betroffene Gemeinde. Die Schule hat 175 Schüler von der siebten bis zur zwölften Klasse. Schusswaffenangriffe an Schulen sind in Kanada selten. Die Regierung reagierte nach früheren Vorfällen mit verschärften Waffenkontrollmaßnahmen, unter anderem durch ein erweitertes Verbot von Sturmgewehren. Der Angriff in Tumbler Ridge gilt als schwerster Amoklauf in Kanada seit 2020, als in Nova Scotia ein Schütze 13 Menschen tötete und Brände legte, die weitere neun Todesopfer forderten

Zuvor schrieben wir wie Kanadas neue Automobilstrategie die Abhängigkeit von den USA verringert

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