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Deutsche Bahn führt Bodycams und Hilferuf-Knöpfe nach Zugbegleiter-Angriff ein

Nach dem Tod eines Zugbegleiters: Deutsche Bahn will Bodycams, Hilferuf-Knöpfe und zusätzliche Sicherheitskräfte einführen, berichten 4thebike.de.

von Mike Schwarz
Nach dem Tod eines Zugbegleiters: Deutsche Bahn will Bodycams, Hilferuf-Knöpfe und zusätzliche Sicherheitskräfte einführen, berichten 4thebike.de.

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter kündigt die Deutsche Bahn umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen an. Alle Beschäftigten mit Kundenkontakt sollen künftig Zugang zu Bodycams erhalten, die zunächst freiwillig getragen werden können, sowohl im Regionalverkehr als auch im Fernverkehr, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf tagesschau. Neben den Bodycams kündigte Bahnchefin Evelyn Palla sieben weitere Sicherheitsmaßnahmen an, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser zu schützen.

Die Ausweiskontrolle im Regionalverkehr soll ab dem 1. März weitgehend wegfallen und künftig im Ermessen des Zugpersonals erfolgen, um Konflikte und Eskalationen bei Ticketkontrollen zu vermeiden. Zudem wird der Hilferuf-Knopf weiterentwickelt, damit das Personal in Gefahrensituationen unauffällig die Leitstelle alarmieren kann, die dann Polizei oder Rettungskräfte am nächsten Bahnhof verständigt.

Palla kündigte außerdem an, 200 zusätzliche Sicherheitskräfte einzustellen und diese mit verbesserter Schutzausrüstung auszustatten. Mitarbeiter sollen verstärkt Verhaltens- und Deeskalationskurse erhalten, während in regionalen Sicherheitswerkstätten gemeinsam mit der Bundespolizei Konzepte für lokale Sicherheitsprobleme erarbeitet werden.

Der Sicherheitsgipfel folgt auf den Tod eines 36-jährigen Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz, der bei einer Fahrkartenkontrolle von einem 26-jährigen Mann ohne gültiges Ticket angegriffen wurde und später seinen Verletzungen erlag. Der mutmaßliche Täter befindet sich in Untersuchungshaft. An dem Gipfel nahmen neben der Bahnchefin auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Vertreter der Länder, Gewerkschaften, Branchenverbände und ÖPNV-Aufgabenträger teil. Schnieder kündigte eine Ausweitung des Einsatzes von Videokameras in Zügen und an Bahnhöfen sowie verstärkte Kontrollen im Zweierteam an.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte zuvor gefordert, Bodycams flächendeckend mit Tonaufzeichnung einzusetzen, um verbale und körperliche Übergriffe auf das Personal dokumentieren zu können. Palla machte Tonaufnahmen perspektivisch möglich, aktuell seien sie jedoch noch nicht umsetzbar. Die EVG betont, dass das Sicherheitsgefühl der Beschäftigten stark gelitten habe, obwohl die Zahl der körperlichen Übergriffe im vergangenen Jahr mit über 3.200 Fällen leicht rückläufig war.

Zuvor schrieben wir Tumbler Ridge: Mindestens 10 Tote bei Schusswaffenangriff an kanadischer Schule – Premier Carney sagt Sicherheitskonferenz ab

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