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AfD Bayern Kommunalwahl 2026: Stimmen verdoppelt, aber kein Sieg in Stichwahlen

AfD verdoppelt Stimmenanteil bei Kommunalwahl 2026 in Bayern, bleibt jedoch hinter Erwartungen zurück – Fokus liegt auf Ausbau kommunaler Präsenz.

von Mike Schwarz
AfD Bayern Kommunalwahl 2026: Stimmen verdoppelt, aber kein Sieg in Stichwahlen

Bei der Kommunalwahl in Bayern strebte die AfD an, in möglichst viele Stichwahlen einzuziehen, doch dieses Ziel wurde verfehlt. Dennoch zeigen sich Parteivertreter zufrieden und sprechen von einem „großen Erfolg“. Die Partei betrachtet die Ergebnisse als Ausgangsbasis, um sich auf kommunaler Ebene weiter zu etablieren, berichtet 4thebike.de.

Am Wahlabend zeigte sich Landeschef Stephan Protschka noch zurückhaltend: Kurz nach Bekanntwerden der ersten Trends um 19 Uhr sagte er im BR-Fernsehen, dass er sich ein besseres Ergebnis erhofft habe. Die AfD wollte in möglichst viele Stichwahlen einziehen, um ihre Position als zweitstärkste Kraft in Bayern zu festigen. Schnell wurde jedoch klar, dass dieses Ziel nicht erreicht wurde. Gleichzeitig stieg innerhalb der Partei die Freude über die deutlichen Zugewinne in Stadt- und Kreisräten.

Im Vergleich zur Kommunalwahl 2020, bei der die AfD landesweit 4,7 Prozent erreichte, konnte die Partei ihren Stimmenanteil deutlich steigern. Am Montagnachmittag lag der landesweite Anteil bereits bei 12,9 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie 2020, wenngleich noch unter den Ergebnissen der Bundestagswahl. In Oberfranken, insbesondere in der Gemeinde Frensdorf, wurde die AfD mit 16,9 Prozent stärkste Kraft. In vielen anderen Städten wie Ingolstadt und Augsburg belegte sie den zweiten Platz.

Landeschef Protschka bezeichnete die Ergebnisse am Montagmittag als „großen Erfolg für unsere kleine Partei“. Zwar seien nicht alle Ziele erreicht worden, dennoch sei die AfD auf Kreisebene künftig stark vertreten. „Es zeigt uns, ohne AfD geht es auch auf kommunaler Ebene in Zukunft nicht mehr.“ Nun werde die Partei die Resultate analysieren, um Schwachstellen zu identifizieren und sich für künftige Wahlen zu verbessern.

Ein zentrales Problem bei der Wahl war nach Angaben von Parteimitgliedern die personelle Unterbesetzung. Viele Kandidaten fehlten in einzelnen Gemeinden, wodurch die AfD nur in 47 Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern einen Bürgermeisterkandidaten aufstellte. Zum Vergleich: Die Grünen hatten 100 Vorschläge, die SPD 141. Teilweise waren die Kandidaten der AfD zudem nicht regional verankert. So lebte der Bürgermeisterkandidat in Hof zuletzt nicht mehr in der Stadt, und die Bürgermeisterkandidatin in Bad Aibling war erst kürzlich zugezogen.

Politikwissenschaftlerin Jasmin Riedl von der Universität der Bundeswehr München betont, dass Kommunalwahlen stärker auf Personal- und Sachorientierung als auf Parteiideologie ausgerichtet sind. „Da hat die AfD einfach nicht so ein starkes inhaltliches Profil.“ Innerhalb der Partei gilt Kommunalpolitik noch nicht als „Kerngeschäft“. Zwar präsentierte die AfD ein eigenes Kommunalprogramm, doch laut BR24 BayernTrend vertrauten vor der Wahl nur neun Prozent der Bayern der Partei zu, lokale Probleme lösen zu können.

Die AfD sieht in der Kommunalwahl dennoch eine Chance, ihr kommunales Profil zu stärken. Ziel ist es, die Präsenz vor Ort auszubauen und Berührungsängste abzubauen. Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner erwartet, dass die Widerstände in den Kommunen nachlassen könnten. CSU-Chef Markus Söder betont hingegen eine klare Abgrenzung: „nichts mit der AfD“. Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger äußerte sich differenzierter, betonte aber, dass man sich auf „vernünftige demokratische Mehrheiten“ vor Ort konzentriere.

Für die AfD stellt der gestiegene landesweite Stimmenanteil einen „Warnschuss“ für andere Parteien dar. Landeschef Protschka sieht nun die Aufgabe darin, das kommunale Profil weiter zu schärfen, mit dem Ziel, bei der nächsten Kommunalwahl weitere Zugewinne zu erzielen.

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