Startseite SportSturz von Leerdam beim OKT: Schulting sichert sich überraschend Olympia-Ticket

Sturz von Leerdam beim OKT: Schulting sichert sich überraschend Olympia-Ticket

Beim olympischen Qualifikationsturnier in Thialf stürzt Favoritin Jutta Leerdam über 1.000 Meter. Suzanne Schulting profitiert und löst unerwartet das Olympia-Ticket.

von Mike Schwarz
Beim olympischen Qualifikationsturnier in Thialf stürzt Favoritin Jutta Leerdam über 1.000 Meter. Suzanne Schulting profitiert und löst unerwartet das Olympia-Ticket.

Beim olympischen Qualifikationsturnier der niederländischen Eisschnellläuferinnen in Thialf ist Favoritin Jutta Leerdam über 1.000 Meter gestürzt, wodurch Suzanne Schulting überraschend ein direktes Ticket für die Olympischen Winterspiele lösen konnte, berichtet 4thebike.de.

Rund zwanzig Minuten nach dem offiziellen Beginn des Qualifikationsturniers nahm der Wettbewerb sportlich Fahrt auf. Die Tribünen in Heerenveen waren nach den Feiertagen gut gefüllt, das Eis präpariert, die ersten Läufe ohne größere Zwischenfälle absolviert. In Lauf acht der Frauen über 1.000 Meter traf Nachwuchstalent Angel Daleman auf Jutta Leerdam, die als klare Anwärterin auf ein olympisches Startrecht galt. Leerdam gewann 2022 in Peking olympisches Silber, ist zweifache Weltmeisterin, nationale Rekordhalterin und hatte in dieser Saison bereits zwei Weltcupsiege über diese Distanz gefeiert.

Leerdam eröffnete das Rennen mit einem schnellen Start von 17,6 Sekunden, einer ihrer besten Antritte auf dem Flachland-Eis in Heerenveen. Bereits nach der ersten Kurve hatte sie Daleman deutlich distanziert. Beim Ansetzen zur zweiten Innenkurve verlor sie jedoch die Kontrolle, rutschte weg und stürzte. Mit hoher Geschwindigkeit prallte sie in die aufgeblasene Bande. Sie stand zwar wieder auf, beendete das Rennen jedoch vorzeitig, da eine konkurrenzfähige Zeit nicht mehr möglich war.

Nach dem Lauf erklärte Leerdam sichtlich emotional, es habe sich angefühlt, als habe etwas auf dem Eis gelegen oder an ihren Kufen gehangen. Ihrer Einschätzung nach wäre eine starke Zeit problemlos möglich gewesen. Der Sturz beendete jedoch jede Hoffnung auf eine direkte Qualifikation über die 1.000 Meter.

Der Sieg über diese Distanz ging erwartungsgemäß an Femke Kok, die mit 1:14,08 Minuten überzeugte. Kok und Leerdam hatten sich in dieser Saison regelmäßig internationale Podestplätze gesichert. Für Kok bedeutete der Sieg eine große Erleichterung, da der Druck im Vorfeld enorm gewesen sei. Mit dem Erfolg sicherte sie sich ihr olympisches Startrecht.

Durch den Ausfall von Leerdam wurde der zweite direkte Qualifikationsplatz frei. Diesen nutzte Suzanne Schulting, die mit einer Zeit von 1:14,71 Minuten Zweite wurde. Die dreifache olympische Goldmedaillengewinnerin im Shorttrack feierte ihren Erfolg emotional und erreichte barfuß das Infield, um gemeinsam mit Trainer Jac Orie zu jubeln. Für Schulting kommt das Ticket überraschend, nachdem ihre Saison bislang schwierig verlaufen war und sie lange keine internationalen Einsätze bestreiten durfte.

Schulting betonte, dass das Qualifikationsturnier aufgrund des hohen Drucks besonders anspruchsvoll sei. Ihrer Ansicht nach biete ein solches Umfeld jedoch auch die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen. Leerdam wiederum stellte klar, dass Nervosität nicht ausschlaggebend für ihren Sturz gewesen sei. Sie habe sich körperlich gut gefühlt und sei normalerweise kaum sturzanfällig.

Der Zwischenfall könnte dennoch weitreichende Folgen haben. Die Auswahlrichtlinien des niederländischen Eislaufverbands KNSB sehen bei außergewöhnlichen Umständen die Möglichkeit einer nachträglichen Nominierung vor. Leerdam könnte somit trotz des Sturzes noch für die Olympischen Spiele in Mailand benannt werden. Die Entscheidung würde zulasten einer anderen Läuferin fallen, voraussichtlich Naomi Verkerk, die über 1.000 Meter Dritte wurde.

Leerdam äußerte, dass sie eine solche Entscheidung nur ungern aus der Hand gebe, hoffe jedoch auf eine Nominierung, da sie sich weiterhin als Medaillenkandidatin sehe. Unterstützung erhielt sie auch von Femke Kok, die ihre konstanten Leistungen der vergangenen Jahre hervorhob. Eine Kommission des KNSB wird nach Abschluss des Qualifikationsturniers, das noch bis Dienstag andauert, über eine mögliche Nominierung entscheiden.

Bis dahin richtet Leerdam ihren Fokus auf die 500 Meter, die am Sonntag ausgetragen werden und ebenfalls eine Qualifikationschance bieten. Trotz Unsicherheiten über ihren körperlichen Zustand kündigte sie an, an diesem Wochenende alles zu investieren.

Zuvor schrieben wir über Ex-Skistar Michaela Gerg heiratet zum dritten Mal auf karibischer Insel.

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