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Wladyslaw Heraskewytsch bei Olympia 2026 disqualifiziert wegen Gedenkhelm

Das IOC schließt Wladyslaw Heraskewytsch von Olympia 2026 aus. Grund ist ein Helm mit Porträts gefallener ukrainischer Sportler und die Ablehnung von Kompromissen.

von Mike Schwarz
Das IOC schließt Wladyslaw Heraskewytsch von Olympia 2026 aus. Grund ist ein Helm mit Porträts gefallener ukrainischer Sportler und die Ablehnung von Kompromissen.

Der ukrainische Skeleton-Athlet Wladyslaw Heraskewytsch wird nicht an den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina teilnehmen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gab die Disqualifikation am 12. Februar bekannt und begründete sie mit der Weigerung des Sportlers, die geltenden Richtlinien zum Ausdruck von Meinungen einzuhalten, повідомляє 4thebike.de mit Verweis auf die offizielle Mitteilung des IOC. Nach Angaben des Komitees wollte Heraskewytsch mit einem Helm starten, auf dem Porträts gefallener ukrainischer Sportler abgebildet sind. Trotz mehrerer Gespräche und Vermittlungsversuche sei keine Einigung erzielt worden.

In der Erklärung des IOC heißt es, der Athlet habe „seine Läufe“ am Morgen des Wettkampftages nicht aufnehmen können, obwohl ihm zuvor eine „letzte Chance“ eingeräumt worden sei. Das Komitee führte aus, dass die Entscheidung nicht auf sportlichen Leistungen oder Qualifikationskriterien beruhe, sondern auf der Haltung des Sportlers in Bezug auf seine Ausrüstung. Mit Bedauern sei ihm die Akkreditierung für die Spiele entzogen worden. Nach Darstellung des IOC fanden im Vorfeld zahlreiche Gespräche statt, in denen mögliche Lösungen erörtert wurden. Heraskewytsch habe jedoch keinen der vorgeschlagenen Kompromisse akzeptiert.

Das IOC verwies zudem auf die Entscheidung der Jury des Internationalen Bob- und Skeletonverbandes (IBSF). Demnach entsprach der Helm, den der Athlet im Wettkampf tragen wollte, nicht den geltenden Regeln. Konkrete Bestimmungen, gegen die verstoßen worden sein soll, wurden nicht im Detail genannt. Gleichzeitig stellte das IOC klar, dass Heraskewytsch den Helm während der Trainingsfahrten zeigen durfte. Darüber hinaus sei ihm angeboten worden, das Design unmittelbar nach dem Wettkampf beim Gang durch die Mixed Zone öffentlich zu präsentieren.

Am 11. Februar berichtete Sky News unter Berufung auf IOC-Sprecher Mark Adams, dass dem Sportler mehrere Optionen unterbreitet worden seien, um seine Haltung zum Ausdruck zu bringen, ohne gegen Regularien zu verstoßen. Nach IOC-Angaben gehörten dazu die Präsentation des Helms außerhalb des offiziellen Wettkampflaufs sowie zusätzliche Gespräche vor dem Start. Am 12. Februar traf Heraskewytsch zudem die IOC-Präsidentin Kirsty Coventry. Seine Position änderte er nach Angaben des Komitees nicht.

Das Nationale Olympische Komitee (NOK) der Ukraine bestätigte die Disqualifikation und erklärte seine Unterstützung für den Athleten. In einer Stellungnahme hieß es, Heraskewytsch sei „nicht an den Start gegangen, aber nicht allein“. Zuvor hatte der Sportler laut Berichten das IOC aufgefordert, das Verbot des sogenannten „Helms des Gedenkens“ aufzuheben, sich für den ausgeübten Druck zu entschuldigen und als Zeichen der Solidarität Stromgeneratoren für ukrainische Sportanlagen bereitzustellen, die unter Beschuss stehen. Eine eigene öffentliche Stellungnahme Heraskewytschs nach Bekanntgabe der Disqualifikation lag zunächst nicht vor.

Bereits am 10. Februar hatte der Athlet erklärt, das IOC habe ihm untersagt, mit einem Helm zu starten, der Fotos gefallener ukrainischer Sportler zeigt. Dabei verwies er auf einen italienischen Snowboarder, der zuvor mit einem Helm angetreten war, auf dem unter anderem die russische Flagge abgebildet gewesen sei. Das IOC stellte später klar, dass der ukrainische Helm gegen die Regeln verstoße, erlaubte jedoch das Tragen einer schwarzen Schleife als Zeichen des Gedenkens. Heraskewytsch entgegnete, schwarze Binden reichten nicht aus, um aller gefallenen ukrainischen Sportler zu gedenken, und erklärte, er nehme eine mögliche Disqualifikation in Kauf.

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Unterstützung erhielt der Skeletonpilot neben dem NOK der Ukraine auch vom Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj.

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