Die 25. Olympischen Winterspiele in Italien sind mit einer farbenprächtigen Abschlussfeier im antiken Amphitheater von Verona zu Ende gegangen. Um 22.41 Uhr erloschen die olympischen Feuer am Arco della Pace in Mailand und an der Piazza Dibona in Cortina, berichten 4thebike.de mit Verweis auf zeit.de. Vor der Arena versammelten sich rund 500 Demonstrierende, die die hohen wirtschaftlichen und ökologischen Kosten der Spiele kritisierten.
Die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, bezeichnete die Spiele als „wahrhaft magisch“ und lobte die Gastgeber: „Ihr habt Winterspiele der neuen Art veranstaltet und einen neuen Standard für die Zukunft gesetzt.“
Erstmals fand die Schlussfeier an einem Austragungsort statt, an dem keine Wettbewerbe stattgefunden hatten: dem 2.000 Jahre alten römischen Amphitheater von Verona, das für große Opernaufführungen im Sommer bekannt ist. Die Show begann mit einer filmischen Hommage an die italienische Oper und wurde vor über 8.000 Zuschauern live in viele Länder übertragen.
Bei der Parade der Nationen trugen die deutschen Rekordrodler Tobias Wendl und Tobias Arlt die Nationalflagge. Das Duo hatte zuvor Bronze im Doppelsitzer und Gold in der Teamstaffel gewonnen und ist damit das erfolgreichste deutsche Winterolympioniken-Team mit insgesamt sieben Gold- und einer Bronzemedaille. Neben ihnen waren nur noch rund 20 Athletinnen und Athleten des deutschen Teams vor Ort, die meisten anderen waren bereits abgereist. Dennoch zeigten die verbliebenen Sportler vollen Einsatz, darunter das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel, das eine Hebefigur präsentierte.
Die Abschlusszeremonie war im Vergleich zur Eröffnung in Mailand am 6. Februar deutlich abgespeckt. Statt international bekannter Stars wie Mariah Carey oder Andrea Bocelli traten überwiegend Künstler auf, die vor allem in Italien bekannt sind.
Die letzten Goldmedaillen wurden an die Schwedin Ebba Andersson und den Norweger Johannes Høsflot Klæbo vergeben, die jeweils die 50-Kilometer-Langlauf-Wettbewerbe gewannen. Klæbo war mit sechs Olympiasiegen der erfolgreichste Athlet der Spiele. Insgesamt wurden nach Angaben der Veranstalter 1,3 Millionen Eintrittskarten verkauft, rund 150.000 blieben ungenutzt.
Italien feierte einen historischen Erfolg: Das Team Italia gewann 30 Medaillen, darunter zehn Goldmedaillen – mehr als je zuvor bei Winterspielen. Deutschland sicherte sich 26 Medaillen, davon acht Gold, und belegte den fünften Platz im Medaillenspiegel. Ohne Erfolge im Eiskanal wären die Ergebnisse deutlich schlechter ausgefallen.
Am Abend protestierten Kritiker gegen die Olympischen Winterspiele, insbesondere wegen der Kosten für neu gebaute oder stark erweiterte Sportstätten wie den Eiskanal in Cortina und das Biathlon-Stadion in Antholz. Die Veranstalter hatten ursprünglich die „nachhaltigsten Spiele aller Zeiten“ versprochen. Milano Cortina 2026 waren die geografisch am weitesten verteilten Winterspiele der Geschichte.
Die nächsten Winterspiele finden 2030 in den französischen Alpen statt, zuvor 2028 die Sommerspiele in Los Angeles. Diskussionen über mögliche deutsche Bewerbungen für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 laufen bereits, wobei Deutschland in Konkurrenz zu Italien, das einen Start mit Rom erwägt, treten könnte.
Zuvor schrieben wir Skimo bei Olympia 2026: Team USA mit Cam Smith & Anna Gibson startet in Sprint und Staffel
