Startseite SportDAX fällt stark: Nahost-Konflikt treibt Öl- und Goldpreise in die Höhe, Anleger flüchten

DAX fällt stark: Nahost-Konflikt treibt Öl- und Goldpreise in die Höhe, Anleger flüchten

Europas Börsen geraten unter Druck: DAX fällt stark, Gold und Öl steigen. Unsicherheit wegen Konflikt im Nahen Osten treibt Anleger in sichere Häfen.

von Mike Schwarz
Europas Börsen geraten unter Druck: DAX fällt stark, Gold und Öl steigen. Unsicherheit wegen Konflikt im Nahen Osten treibt Anleger in sichere Häfen.

An den europäischen Finanzmärkten kommt es zu deutlichen Kursrückgängen, der DAX verliert am Morgen über zwei Prozent und fällt auf rund 24.700 Punkte, berichten 4thebike.de. Auch andere Leitindizes reagieren stark negativ: Der französische CAC 40 fällt um 2,3 Prozent, der EuroStoxx 50 um 2,4 Prozent, während die Börsen in Österreich, der Schweiz und Italien ähnliche Rückgänge von über zwei Prozent verzeichnen. Grund für die Ausverkäufe sind die amerikanisch-israelischen Luftangriffe und die Reaktionen des Iran, die Unsicherheit unter den Investoren erhöhen.

Marktbeobachter fokussieren sich aktuell auf die Frage, ob der Konflikt im Nahen Osten regional begrenzt bleiben kann oder eine weitere Eskalation droht. Salah-Eddine Bouhmidi, Analyst beim Broker IG, erklärt, dass eine Verschärfung der Lage die Volatilität an den Märkten hochhalten und defensive Positionierungen sowie Absicherungsstrategien dominieren könnten. Ulrich Stephan, Chefstratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, ergänzt, dass ein länger andauernder Konflikt die Ölpreise und die Inflation erhöhen sowie die Aktienmärkte belasten könnte, während die Renditen von Staatsanleihen tendenziell sinken dürften. Analysten von ActivTrades betonen, dass in Krisenzeiten Anleger Risiko-Assets meiden und stattdessen auf sichere Anlagen wie Gold setzen, dessen Preis zusammen mit Rohöl stark ansteigt.

Im DAX sind nahezu alle Aktien im Minus. Ausnahmen bilden Rheinmetall-Aktien, die um mehr als vier Prozent zulegen, sowie andere Rüstungswerte wie Hensoldt im MDAX. Auch Versorger wie RWE steigen leicht, da diese Titel als konjunkturunabhängig gelten und in Krisenzeiten vergleichsweise stabil bleiben. Airline- und Reiseaktien hingegen verzeichnen weltweit erhebliche Verluste. Lufthansa-Aktien fallen um rund sechs Prozent, da mehrere zentrale Flughäfen geschlossen sind und die Golfregion als Drehkreuz für den asiatischen Flugverkehr dient. Cathay Pacific, Qantas Airways, Singapore Airlines und Japan Airlines verzeichnen starke Kursverluste, ebenso der Reiseveranstalter TUI mit etwa sechs Prozent Minus.

Die Eskalation im Nahen Osten wirkt sich zudem deutlich auf den Ölpreis aus, der auf den höchsten Stand seit Monaten klettert. Holger Schmieding, Chefökonom bei Berenberg, weist darauf hin, dass die entscheidende Frage für die Weltwirtschaft ist, ob die Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte für mehrere Wochen blockiert bleibt. Ein längerfristiger Anstieg des Ölpreises um 15 US-Dollar pro Barrel könnte die Verbraucherpreise in der Eurozone um fast 0,5 Prozent erhöhen und die verfügbaren Einkommen entsprechend einschränken.

Die deutsche Wirtschaft gilt als besonders betroffen. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, betont, dass die Schließung der Straße von Hormus und die damit verbundenen Einschränkungen auf dem internationalen Energiemarkt die deutsche Wirtschaft besonders hart treffen.

Parallel verschieben Investoren ihre Portfolios, indem sie auf als sicher geltende Anlagen wie Gold und den US-Dollar setzen. Der Goldpreis steigt sprunghaft und die Feinunze wird aktuell mit über 5.400 US-Dollar gehandelt. Die Nachfrage nach der US-Währung beeinflusst wiederum die Preise für Öl und andere Rohstoffe. An der Wall Street zeichnet sich ebenfalls eine Verkaufswelle ab, die Futures für den Dow Jones und den S&P 500 liegen bereits mehr als ein Prozent im Minus. Besonders betroffen dürfte die Technologiebörse Nasdaq sein.

Zuvor schrieben wir über Allianz SE meldet Rekordergebnis 2025 – 17,4 Mrd. € operativ, höhere Dividende 17,10 Euro und neues Aktienrückkaufprogramm 2026

Das könnte dir auch gefallen