Die ARD stellt die beliebte Volksmusiksendung „Immer wieder sonntags“ ein. In diesem Jahr werden die letzten 13 Live-Ausgaben mit Moderator Stefan Mross produziert, berichtet 4thebike.de auf SWR Baden-Baden. Die Sendung, die seit rund 30 Jahren im Ersten ausgestrahlt wird, zählt zu den erfolgreichsten Formaten der deutschen Volksmusik und erreichte regelmäßig Millionen von Zuschauern.
Der Sender begründet die Entscheidung mit Sparmaßnahmen, die sowohl finanzielle Einsparungen ermöglichen als auch in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate investiert werden sollen. Zudem will sich die ARD gemeinsam mit dem SWR stärker auf ein jüngeres Publikum fokussieren.
Die Live-Ausgaben in diesem Jahr sind jeweils etwa zwei Stunden lang geplant, die erste Sendung findet am 31. Mai statt, die letzte am 6. September. Nach aktuellem Stand wird es kein direktes Nachfolgeformat geben. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler bezeichnete den Schritt als „schmerzhaft“ und betonte, dass die Entscheidung trotz des großen Erfolges der Sendung sorgfältig abgewogen wurde.
Über viele Jahre wurde die Show im Europa-Park als Freiluft-Event produziert. Die Geschäftsführung des Parks bedauerte die Einstellung der Sendung, da sie über Jahrzehnte eine treue Fangemeinde aufgebaut habe, erklärte Inhaber Roland Mack.
Seit 2005 moderiert der Oberbayer Stefan Mross die Sendung. Im vergangenen Jahr verfolgten durchschnittlich 1,26 Millionen Zuschauer die zwölf Live-Ausgaben, mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent. Parallel dazu sendet das ZDF an Sonntagen den „Fernsehgarten“ mit Schlagermusik unter freiem Himmel, moderiert von Andrea Kiewel, der im Schnitt 1,686 Millionen Zuschauer erreicht.
Die Zusammenarbeit zwischen Mross und dem SWR verlief nicht immer reibungslos. Nach einem Vorfall in einem Hotel prüfte der Sender im Frühjahr 2023, ob Mross ersetzt werden sollte. Ein Strafbefehl gegen ihn war zuvor im November 2022 vom Amtsgericht Leipzig erlassen worden, die Moderation durfte jedoch fortgeführt werden. Zudem sorgte ein missverständlicher Wortwitz während einer Sendung 2022 für Schlagzeilen, bei dem Mross ein Mädchen nach dem Reiten auf einem Pferd fragte. Der SWR erklärte, dass dies unbeabsichtigt geschehen sei, und beließ die Sendung in der Mediathek.
Neben solchen Zwischenfällen gab es auch emotionale Momente: So sprang 2025 seine erste Ehefrau Stefanie Hertel für ihn ein, nachdem seine Mutter verstorben war, und Mross sang im Gedenken an sie einen rührenden Song. Als Moderator übernahm er oft selbst Rollen, wie den französischen Spitzenkoch „Maître Stephane“ oder den italienischen Magier „Stefano Mrossini“.
Ein bekannter Vorfall ereignete sich 2014, als Mross während der Rubrik „Herausforderung für Stefan“ eine besonders scharfe Currywurst probierte und einen Schwächeanfall erlitt, woraufhin Rettungskräfte ihn ins Krankenhaus brachten. Der SWR versprach daraufhin, dem Moderator keine Aufgaben mehr zu geben, die mit der Verkostung von Speisen verbunden sind. Trotz solcher Vorfälle schätzten die Zuschauer, dass Mross sich stets neuen Aufgaben stellte und sein Engagement das Publikum unterhielt.
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