USA Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof verschärfen den Konflikt zwischen Washington und dem Gericht in Den Haag. Die Maßnahmen wurden nur Stunden nach dem Friedensnobelpreis für Navi Pillay bekannt, berichtet die Redaktion von 4thebike.de.
Washington will Vermögenswerte des Gerichts einfrieren und Geschäfte mit dem IStGH erheblich einschränken. US-Außenminister Marco Rubio begründete den Schritt mit dem Schutz amerikanischer Bürger vor Strafverfolgung.
Die offizielle Erklärung veröffentlichte das US-Außenministerium. Auch Tagesschau berichtete über die neuen Maßnahmen.
Warum die USA den IStGH sanktionieren
Die Regierung von Präsident Donald Trump wirft dem Gericht politische Einflussnahme vor.
Washington lehnt insbesondere Ermittlungen gegen US-Bürger und israelische Vertreter ab. Die USA gehören selbst nicht zu den Vertragsstaaten des IStGH.
Zuvor waren bereits 13 Richter und Ankläger mit US-Sanktionen belegt worden. Nun richtet sich die Maßnahme gegen das Gericht als Institution.
Die wichtigsten Punkte:
- Vermögenswerte des IStGH können in den USA blockiert werden.
- Geschäfte mit dem Gericht sollen erheblich eingeschränkt werden.
- Unternehmen mit Verbindungen zum IStGH könnten betroffen sein.
- Die Maßnahmen sehen teilweise Übergangsfristen vor.
Die Folgen könnten daher über die Gerichtszentrale in Den Haag hinausreichen. Besonders Finanz- und Dienstleistungsunternehmen müssen mögliche Risiken prüfen.

Friedensnobelpreis für Navi Pillay fällt auf denselben Tag
Nur wenige Stunden zuvor erhielt Navanethem „Navi“ Pillay den Friedensnobelpreis 2026.
Das Norwegische Nobelkomitee würdigte ihren Einsatz für Frieden und internationales Recht.
Pillay war von 2003 bis 2008 Richterin am Internationalen Strafgerichtshof. Später leitete sie das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte.
| Ereignis | Datum |
|---|---|
| Friedensnobelpreis für Navi Pillay | 9. Oktober 2026 |
| Neue US-Sanktionen gegen den IStGH | 9. Oktober 2026 |
| Betroffene Institution | Internationaler Strafgerichtshof |
| Sitz des Gerichts | Den Haag |
| Zahl der Vertragsstaaten | 125 |
Die zeitliche Nähe beider Ereignisse hat die politische Wirkung zusätzlich verstärkt. Pillay selbst warnte nach ihrer Auszeichnung vor wachsendem Druck auf das Völkerrecht.
Deutschland und EU kritisieren die US-Sanktionen
Die EU-Kommission erklärte, weiterhin mit dem Gericht zusammenarbeiten zu wollen. Auch Deutschland reagierte deutlich.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig bezeichnete den 9. Oktober als einen „finsteren Tag für das internationale Recht“.
Der IStGH selbst wies die Sanktionen ebenfalls zurück. In seiner offiziellen Erklärung spricht das Gericht von einem Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit.
Der Gerichtshof kündigte zugleich an, seine Arbeit unabhängig fortzusetzen.
Welche Aufgaben hat der Internationale Strafgerichtshof?
Der IStGH arbeitet seit 2002 und verfolgt besonders schwere internationale Straftaten.
Dazu gehören:
- Völkermord;
- Verbrechen gegen die Menschlichkeit;
- Kriegsverbrechen;
- das Verbrechen der Aggression.
Nach Angaben des Gerichts gehören derzeit 125 Staaten zum Römischen Statut.
Die USA, Israel, China und Russland sind keine Vertragsstaaten. Dennoch kann der IStGH unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen auch Fälle mit Bezug zu diesen Staaten untersuchen.
Zuvor schrieben wir über USA wollen Hinrichtung von Nidal Hasan per Livestream übertragen
