Aleksander Ceferin kandidiert 2027 erneut als UEFA-Präsident und strebt damit eine weitere Amtszeit bis 2031 an. Seine Entscheidung gab er bei einem Treffen der 55 UEFA-Mitgliedsverbände in Berlin bekannt, wie die Redaktion von 4thebike.de berichtet.
Nach Informationen der Sportschau soll Ceferin am 22. April 2027 beim UEFA-Kongress in Astana antreten. Einen öffentlichen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht.
Warum Ceferin trotz Amtszeitbegrenzung antreten kann
Die UEFA-Statuten sehen grundsätzlich höchstens 3 Amtszeiten vor. Trotzdem steht Ceferins neuer Kandidatur rechtlich kein offensichtliches Hindernis entgegen.
Der Grund liegt in einer Änderung der Statuten aus dem Jahr 2024. Ceferins erste Amtsperiode von 2016 bis 2019 wird bei der Begrenzung nicht mitgerechnet.
Damit ergibt sich folgende Zählweise:
| Zeitraum | Einordnung |
|---|---|
| 2016–2019 | Wird nicht angerechnet |
| 2019–2023 | 1. gezählte Amtszeit |
| 2023–2027 | 2. gezählte Amtszeit |
| 2027–2031 | Mögliche 3. gezählte Amtszeit |
Die UEFA begründete die Änderung unter anderem mit dem Grundsatz der Nichtrückwirkung. Die entsprechenden Änderungen wurden beim Kongress 2024 beschlossen.
Die offiziellen Dokumente zu den Änderungen veröffentlichte die UEFA.

Ceferin hatte 2024 noch einen Rückzug angekündigt
Bemerkenswert ist der Kurswechsel auch wegen einer früheren Aussage. Nach dem UEFA-Kongress 2024 erklärte Ceferin, für 2027 keine erneute Kandidatur zu planen.
Inzwischen hat sich seine Position geändert.
Für eine erneute Kandidatur sprechen nach Medienberichten vor allem:
- breiter Rückhalt unter europäischen Verbänden;
- bislang fehlende Gegenkandidaten;
- Unterstützung einflussreicher Funktionäre;
- die geänderte rechtliche Ausgangslage.
Nach der Liste bleibt vor allem eine politische Frage offen. Die Wahl selbst könnte ohne Gegenkandidaten deutlich weniger umkämpft werden.
Berlin-Treffen dreht sich auch um den Konflikt mit Infantino
Das Treffen in Berlin hatte noch eine zweite wichtige Dimension. Europas Verbände diskutierten über den weiteren Umgang mit FIFA-Präsident Gianni Infantino.
Die UEFA sucht weiterhin nach einer möglichen Alternative für die FIFA-Wahl 2027. Bislang wurde jedoch kein Gegenkandidat öffentlich präsentiert.
Die Frist für Kandidaturen endet am 18. November. Die FIFA-Präsidentenwahl ist für den 18. März 2027 in Rabat angesetzt.
Damit wird Ceferins eigene Zukunft eng mit dem Machtgefüge im internationalen Fußball verbunden bleiben.
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