Booking.com steht wegen gefälschter Hotelanzeigen und möglicher Sicherheitslücken unter Druck. Die EU-Kommission hat am 21. Oktober 2026 ein offizielles Verfahren gegen das Buchungsportal eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen Betrugsangebote, Phishing-Angriffe und möglicherweise unzureichend gekennzeichnete Werbung, wie die Redaktion von 4thebike.de berichtet.
Grundlage sind mögliche Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA). Die EU-Kommission untersucht, ob die Plattform ihre Nutzer ausreichend schützt.
EU untersucht Betrug mit gefälschten Hotelangeboten
Betrüger können auf Buchungsplattformen Unterkünfte anbieten, die überhaupt nicht existieren. Auch Identitätsdiebstahl und manipulierte Reservierungen gehören zu den Risiken.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf 3 Bereiche:
- Gefälschte Hotelanzeigen und illegale Unterkunftsangebote
- Phishing-Nachrichten mit gestohlenen Buchungsdaten
- Bezahlte Suchplatzierungen ohne deutliche Werbekennzeichnung
Besonders problematisch sind Nachrichten, die vermeintlich direkt vom Hotel stammen. Reisende werden darin häufig aufgefordert, ihre Zahlungsdaten erneut einzugeben.

Betrugsfälle steigen deutlich an
Nach Angaben aus niederländischen Verbraucherschutzberichten wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 1.072 Betrugsfälle gemeldet. Der dokumentierte Schaden lag bei rund 82.000 Euro.
Die Zahl der Meldungen soll gegenüber dem Vorjahr um das Zehnfache gestiegen sein. Die EU will deshalb auch untersuchen, wie Booking.com Gästedaten an Unterkunftsbetreiber übermittelt.
Booking.com drohen hohe Geldstrafen
Bei nachgewiesenen Verstößen gegen den DSA drohen Geldbußen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Booking.com erklärte, vollständig mit der Kommission zusammenzuarbeiten. Sicherheit und Datenschutz hätten weiterhin oberste Priorität.
EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen betonte, Europäer müssten ihren Urlaub ohne Angst vor Betrug buchen können.
Die Einleitung des Verfahrens bedeutet allerdings noch keinen nachgewiesenen Rechtsverstoß. Ein Abschlussdatum für die Untersuchung steht bislang nicht fest.
Wie können sich Reisende vor Booking.com-Betrug schützen?
Verbraucher sollten Zahlungsaufforderungen sorgfältig kontrollieren. Besonders verdächtig sind kurzfristige Nachrichten mit externen Zahlungslinks.
Wer über Booking.com reserviert, sollte Änderungen möglichst direkt über die offizielle App überprüfen. Bei ungewöhnlichen Zahlungsforderungen empfiehlt sich eine Rückfrage bei der Unterkunft über einen unabhängig bestätigten Kontaktweg.
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