Die PHP-Sicherheitslücke hat weltweit Millionen Cyberangriffe ausgelöst. Zahlreiche Behörden und Unternehmen nahmen ihre Webseiten vorsorglich vom Netz. Trotz verfügbarer Updates suchen Kriminelle weiterhin nach ungeschützten Servern, berichtet die Redaktion von 4thebike.de.
Millionen Angriffsversuche nach Bekanntwerden der PHP-Sicherheitslücke
Nach Angaben des US-Unternehmens Cloudflare stiegen die Angriffsversuche innerhalb weniger Stunden dramatisch an. Zunächst registrierte das Netzwerk lediglich Tausende verdächtige Anfragen.
Innerhalb von 45 Minuten nach Bekanntwerden der Schwachstellen waren es bereits Zehntausende. Nach 2 Stunden zählte Cloudflare Hunderttausende Versuche. Später erreichte die Zahl laut Unternehmenschef Matthew Prince mehrere Millionen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnte vor möglichen Angriffen auf weltweit eingesetzte Webanwendungen.
Welche Webseiten sind von der PHP-Sicherheitslücke betroffen?
Die Schwachstellen betreffen die weitverbreitete Programmiersprache PHP. Sie wird unter anderem für WordPress, Onlineshops und zahlreiche Unternehmensportale eingesetzt.
Besonders gefährlich ist die mögliche Ausführung fremder Programme ohne vorherige Anmeldung. Angreifer könnten dadurch vollständige Kontrolle über betroffene Systeme erlangen.
Die wichtigsten Informationen im Überblick:
| Bereich | Aktuelle Informationen |
|---|---|
| Schwachstellen | CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 |
| Gefährdung | Kritisch, CVSS 9,2 |
| Angriffe | Millionen Versuche laut Cloudflare |
| Betroffene Systeme | PHP-basierte Webserver |
| Schutz | Sicherheitsupdates installieren |
Auch deutsche Bundesbehörden schalteten zeitweise Internetangebote ab. Digitalminister Karsten Wildberger erklärte, bislang gebe es keine Hinweise auf Schäden an der Bundes-IT.
Die vorsorglichen Abschaltungen zeigen, wie weitreichend die Folgen einer einzigen Software-Schwachstelle sein können.

PHP-Update verfügbar: Was Webseitenbetreiber jetzt tun müssen
Die PHP-Entwickler veröffentlichten am 21. Oktober 2026 mehrere Sicherheitsupdates. Sie schließen 2 kritische Schwachstellen.
Betreiber sollten folgende Versionen installieren:
- PHP 8.5.12
- PHP 8.4.27
- PHP 8.3.36
- PHP 8.2.35
Ältere, nicht mehr unterstützte PHP-Versionen benötigen eine Migration auf eine sichere Version.
Ein PHP-Sicherheitsupdate allein ersetzt jedoch keine Untersuchung auf mögliche Kompromittierungen. Administratoren sollten deshalb Serverprotokolle prüfen und verdächtige Aktivitäten untersuchen.
Die Gefahr bleibt bestehen, solange ungeschützte Systeme erreichbar sind. Besonders kleinere Unternehmen könnten Schwierigkeiten haben, sämtliche betroffenen Anwendungen rechtzeitig zu aktualisieren.
Zuvor schrieben wir über Kritische PHP-Sicherheitslücke: Behörden und Kliniken schalten Webseiten ab – Updates veröffentlicht
