Startseite NachrichtenGrüne knapp vor CDU bei Landtagswahl in Baden‑Württemberg 2026: Brantner hebt Özdemirs Aufholjagd hervor

Grüne knapp vor CDU bei Landtagswahl in Baden‑Württemberg 2026: Brantner hebt Özdemirs Aufholjagd hervor

Grüne gewinnen knapp vor der CDU die Landtagswahl in Baden-Württemberg. Brantner lobt Özdemirs Aufholjagd und betont Wirtschaft und Klimaschutz.

von Mike Schwarz
Grüne gewinnen knapp vor der CDU die Landtagswahl in Baden-Württemberg. Brantner lobt Özdemirs Aufholjagd und betont Wirtschaft und Klimaschutz.

Die Grünen haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg mit 30,2 Prozent gewonnen, nur knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Beide Parteien werden künftig jeweils 56 Abgeordnete im Landesparlament stellen und damit zusammen eine Zweidrittelmehrheit besitzen. „Es ist eine fulminante Aufholjagd und es freut mich wirklich sehr, es ist ein fantastisches Ergebnis für Cem Özdemir“, erklärte Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner in der politischen Talkshow von Caren Miosga, berichtet 4thebike.de, mit Verweis auf die Welt. Brantner interpretierte den Erfolg als Signal für ganz Deutschland und die kommenden Landtagswahlen: „Wir wollen Mut, wir wollen Zuversicht, wir wollen, dass man eine starke Wirtschaft, Innovation und Klimaschutz zusammenbringt.“

Die Talkshow-Moderatorin Miosga hinterfragte jedoch kritisch, inwieweit Özdemir sich während des Wahlkampfs von der Bundespartei distanziert habe, etwa in Debatten über das Verbrenner-Aus oder im Umgang mit Boris Palmer. Auf seinen Wahlplakaten war das Parteilogo der Grünen kaum sichtbar. Özdemir selbst hatte zuvor betont: „Hier steht nicht die Bundespartei zur Wahl, hier stehen die Grünen Baden-Württembergs zur Wahl.“ Brantner versuchte, die Differenzen zu glätten, und bezeichnete Baden-Württemberg als „ein Beispiel von sehr erfolgreichem grünen Regieren“. Sie betonte zudem, dass man den bisherigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann nicht kopieren, sondern verstehen müsse, um erfolgreich zu sein.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) äußerte sich zurückhaltender. Zwar gratulierte er fair zum Wahlsieg der Grünen, führte das knappe Ergebnis jedoch auf das umstrittene Video des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel zurück, in dem dieser die Augenfarbe einer minderjährigen Schülerin kommentierte. Das Video sei vor allem in sozialen Netzwerken gegen Hagel genutzt worden und habe die CDU erheblich geschwächt. Zugleich bezeichnete Brantner den Vorwurf einer „Schmutzkampagne“ als unbegründet: Sie habe keine Vorabkenntnis von dem Video gehabt, und es handelte sich um ein öffentlich zugängliches Material.

Auch thematische Faktoren spielten eine Rolle für den Wahlerfolg der Grünen, erklärte Brantner, insbesondere Debatten über Teilzeit und Arbeitsbedingungen, bei denen die Grünen ein positives Programm für Arbeitnehmer präsentierten. Journalist Robin Alexander wies darauf hin, dass das Hagel-Video allein das schlechte Abschneiden der CDU nicht erkläre: „Die CDU machte auf taktischer und strategischer Ebene spektakuläre Fehler. Man unterschätzte die Popularität Özdemirs.“

Günther betonte zudem, dass die Annahme der CDU, das Bürgertum sei ökologischen Themen gegenüber gleichgültig, durch die Wahlergebnisse widerlegt wurde. Reformen seien notwendig und von der Mehrheit der Gesellschaft erwartet. Die Grünen seien besonders erfolgreich gewesen, als zwei Realos an der Spitze standen. Dauerhaftes taktisches Abwarten vor Wahlen funktioniere seiner Ansicht nach nicht mehr.

Brantner erklärte, die Grünen wollten den Schwung aus Baden-Württemberg auch auf Bundesebene nutzen. Özdemir stehe für die „Versöhnung zwischen Klimaschutz und starker Wirtschaft“, was die Kernposition der Partei widerspiegele. Ob der Aufschwung der Grünen anhält, wird sich bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 zeigen, wo die Partei in Umfragen derzeit bei nur neun Prozent liegt.

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