UEFA-Boykott gegen die FIFA könnte den Weltfußball in eine beispiellose Machtkrise stürzen. Europas 55 Nationalverbände wollen keine FIFA-Wettbewerbe bestreiten, falls Gianni Infantino seinen Investorenplan nicht vollständig zurückzieht, berichtet die Redaktion von 4thebike.de von Wien Today.
Als Quellen dienen der Bericht der Sportschau und die Erläuterungen der FIFA zum geplanten Finanzierungsmodell.
Europas Verbände beschließen maximale Eskalation
Bei einer Dringlichkeitssitzung am 30. Juli stimmten die 55 UEFA-Mitglieder geschlossen für eine Boykottdrohung. Sie richtet sich gegen den geplanten Einstieg privater Investoren in das Geschäft mit der Weltmeisterschaft.
Die UEFA formulierte ihre Position ungewöhnlich scharf. Die WM dürfe nicht zu einem Anlageprodukt werden oder teilweise in privaten Besitz übergehen.
Die angekündigte Reaktion umfasst sämtliche FIFA-Wettbewerbe:
- Weltmeisterschaften der Männer
- Weltmeisterschaften der Frauen
- Nachwuchs- und Jugendturniere
- weitere Wettbewerbe für Nationalmannschaften
Damit wäre nicht nur die Männer-WM 2030 betroffen. Auch kommende Frauen- und Nachwuchsturniere könnten ohne europäische Mannschaften stattfinden.
Keine UEFA-Teams ohne Rückzug des Vorschlags
Nach Angaben der Sportschau sollen europäische Nationalteams den FIFA-Wettbewerben fernbleiben, solange der Vorschlag besteht. Die UEFA verlangt außerdem verbindliche Garantien für die Zukunft.
Die Folgen eines Boykotts wären erheblich:
| Bereich | Mögliche Auswirkung |
|---|---|
| Sport | Fehlen führender Nationalmannschaften |
| Vermarktung | sinkende Attraktivität für Sponsoren |
| Übertragung | geringerer Wert internationaler TV-Rechte |
| Fans | Verlust wichtiger Spiele und Rivalitäten |
| FIFA | wachsender politischer und finanzieller Druck |
Ohne Spanien, England, Frankreich, Deutschland und weitere europäische Teams würden FIFA-Turniere deutlich an sportlichem Wert verlieren. Auch die kommerzielle Kalkulation des Investorenmodells könnte zusammenbrechen.

FIFA setzt auf neue Einnahmen
Infantino bezeichnet den Plan als Möglichkeit, bisher ungenutzte wirtschaftliche Werte zu erschließen. Die FIFA stellt ihren Mitgliedsverbänden zugleich deutlich höhere Entwicklungsmittel in Aussicht.
Medienberichten zufolge sollen die Verbände bis zum 19. September über das Vorhaben entscheiden. Für eine Annahme könnte eine einfache Mehrheit reichen.
Der Widerstand Europas verändert jedoch die Mehrheitsverhältnisse. Auch die Concacaf mit den WM-Gastgebern USA, Kanada und Mexiko lehnt den Kurs laut Sportschau ab.
Machtkampf setzt Infantino unter Druck
Die UEFA betrachtet Weltmeisterschaften als gemeinsames sportliches Erbe. Private Investoren könnten nach ihrer Einschätzung Einfluss auf Wettbewerbe, Einnahmen und langfristige Entscheidungen erhalten.
Infantino muss den Vorschlag nun zurückziehen, verändern oder genügend Verbände außerhalb Europas überzeugen. Andernfalls droht der FIFA die schwerste institutionelle Krise seit Jahren.
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