Niedrigwasser auf Rhein und Donau behindert Ende Juli 2026 den Güter- und Personenverkehr. Fehlender Regen und anhaltende Hitze lassen die Pegel auf kritische Werte sinken, berichtet die Redaktion von 4thebike.de.
Pegel Kaub nähert sich dem historischen Tiefstand
Am für die Rheinschifffahrt entscheidenden Pegel Kaub wurden am 29. Juli nur 29 Zentimeter gemessen. Daraus ergibt sich eine Fahrrinnentiefe von rund 1,43 Metern. Der bisherige Tiefstand liegt bei 25 Zentimetern und stammt vom 22. Oktober 2018.
Die amtliche Vorhersage für den Pegel Kaub deutet auf einen weiteren Rückgang hin. Ohne ergiebigen Regen könnte der Rekordwert bereits Ende Juli oder Anfang August unterschritten werden. Die Zahl am Pegel entspricht dabei nicht der tatsächlichen Tiefe des gesamten Flusses.
| Bereich | Aktuelle Auswirkung |
|---|---|
| Frachtschifffahrt | deutlich weniger Ladung pro Schiff |
| Industrie | höhere Kosten für Rohstofftransporte |
| Reedereien | zusätzliche Fahrten oder Betriebspausen |
| Tourismus | Ausfälle und geänderte Routen |
Eine behördliche Sperrung des Rheins erfolgt gewöhnlich nicht. Schiffe fahren weiter, solange die Sicherheit gewährleistet ist. Mit jedem fallenden Zentimeter werden Transporte jedoch teurer und zunehmend unwirtschaftlich.
Warum das Niedrigwasser die Industrie belastet
Unterhalb von 40 Zentimetern am Pegel Kaub ist ein wirtschaftlich sinnvoller Güterverkehr nur noch eingeschränkt möglich. Große Motorschiffe benötigen laut Industrievertretern einen Anstieg von etwa einem Meter für einen uneingeschränkten Betrieb.
Besonders betroffen sind Transporte von:
- Kohle und Mineralölprodukten;
- Baustoffen und Metallen;
- chemischen Grundstoffen;
- Getreide und Futtermitteln.
Diese Waren stehen am Anfang zahlreicher Produktionsketten. Unternehmen müssen deshalb häufiger auf Bahn und Lastwagen ausweichen. Das erhöht Transportkosten und belastet bereits stark genutzte Verkehrswege. Das Niedrigwasser von 2018 verursachte nach damaligen Berechnungen volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe.

Donau meldet Ausfälle und gestrandetes Kreuzfahrtschiff
Auch die Donau führt stellenweise so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Zwischen Deutschland, Österreich und Rumänien können Schiffe teilweise nicht voll beladen fahren. Einzelne Reedereien haben Verbindungen vorübergehend eingestellt.
In Bulgarien lief das Kreuzfahrtschiff „Viking Ullur“ bei schlechter Sicht und niedrigem Wasserstand auf Grund. 186 Passagiere und 52 Besatzungsmitglieder mussten das Schiff verlassen. Der Vorfall zeigt, dass die Trockenheit neben dem Warenverkehr auch Flussreisen beeinträchtigt.
Ausbau der Fahrrinne bleibt umstritten
Wirtschaftsverbände fordern eine schnellere Vertiefung der Fahrrinne im Mittelrhein. Felsen und Sandbänke sollen gezielt entfernt werden, damit Schiffe bei niedrigen Pegeln mehr Ladung transportieren können.
Umweltverbände warnen dagegen vor veränderten Strömungen und Schäden an ökologisch wertvollen Uferzonen. Selbst ein Ausbau löst zudem das Grundproblem nicht: Fehlt dauerhaft Wasser, bleiben auch vertiefte Fahrrinnen nur begrenzt nutzbar.
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