Hackerangriff auf Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder: Mehrere Politiker könnten Ziel einer gezielten Spionageattacke geworden sein. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) bestätigte am 1. November 2026 entsprechende Warnungen des US-Konzerns Apple. Ob tatsächlich Daten gestohlen wurden, ist bislang unklar, wie die Redaktion von 4thebike.de berichtet.
Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios erhielten betroffene iPhones seit dem 29. Oktober Sicherheitswarnungen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informierte daraufhin gefährdete Politiker schriftlich.
Apple entdeckt Hinweise auf gezielte Spyware-Angriffe
Im ARD-„Bericht aus Berlin“ erklärte Wildberger, Apple habe vor möglicherweise kompromittierten Geräten gewarnt. Dabei gehe es um sogenannte Mercenary Spyware, eine besonders leistungsfähige Spionagesoftware.
Das BSI reagierte nach Angaben des Ministers umgehend. Betroffene sollten vorsorglich davon ausgehen, dass ihre Smartphones kompromittiert sein könnten.
Noch fehlen entscheidende Informationen:
- Welche Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitglieder betroffen sind.
- Wie viele iPhones angegriffen wurden.
- Ob Angreifer tatsächlich Zugriff erlangten.
- Wer hinter der mutmaßlichen Cyberattacke steckt.
Wildberger zeigte sich besorgt, warnte jedoch vor Spekulationen. Auch eine Verbindung zu einem bestimmten Staat wurde bislang nicht bestätigt.

Was Spionagesoftware auf iPhones auslesen kann
Die mögliche Cyberattacke betrifft besonders sensible Kommunikationsdaten. Moderne Spyware kann Sicherheitslücken ausnutzen und teilweise ohne erkennbare Nutzerinteraktion auf Smartphones gelangen.
Nach Einschätzung des BSI könnten Angreifer auf folgende Informationen und Funktionen zugreifen:
| Bereich | Mögliches Sicherheitsrisiko |
|---|---|
| Messenger | Zugriff auf private und verschlüsselte Nachrichten |
| Telefonie | Überwachung von Anrufen |
| Standort | Nachverfolgung von Bewegungen |
| Kontakte | Auslesen persönlicher Netzwerke |
| Kamera und Mikrofon | Heimliche Aktivierung |
Ein bekanntes Beispiel solcher Überwachungssoftware ist Pegasus der israelischen NSO Group.
Apple betont in seinen offiziellen Sicherheitshinweisen, dass entsprechende Warnungen sehr ernst genommen werden sollten. Eine Benachrichtigung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Angriff erfolgreich war.
Was Betroffene jetzt beachten sollten
Apple empfiehlt gefährdeten Nutzern, ihre Geräte zu aktualisieren und gegebenenfalls den Blockierungsmodus zu aktivieren. Zusätzlich sollten sie professionelle Sicherheitsunterstützung einholen.
Für die Bundesregierung bleibt eine zentrale Frage offen: Haben Angreifer vertrauliche politische Kommunikation abgegriffen? Eine bestätigte Antwort darauf liegt bislang nicht vor.
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