Ungarns Anti-LGBTQ-Gesetz wird in wesentlichen Teilen aufgehoben. Das Parlament stimmte am 13. Oktober 2026 mit 139 zu 51 Stimmen für die Reform. Damit beendet die Regierung von Péter Magyar zentrale Einschränkungen aus der Amtszeit von Viktor Orbán, wie die Redaktion 4thebike.de berichtet.
Ungarn schafft Einschränkungen für LGBTQ-Inhalte ab
Das 2021 verabschiedete Kinderschutzgesetz verbot die Darstellung und angebliche Förderung von Homosexualität und Geschlechtervielfalt gegenüber Minderjährigen.
Bücher mit LGBTQ-Inhalten mussten teilweise in undurchsichtiger Folie verkauft werden. Auch Filme, Fernsehsendungen und Bildungsangebote waren betroffen. Die Vorschriften dienten zudem als Grundlage für Einschränkungen von Pride-Veranstaltungen.
Mit der Gesetzesänderung sollen diese Verbote entfallen. Der Kinderschutz konzentriert sich künftig stärker auf pornografische Inhalte sowie Darstellungen sexueller Gewalt und Ausbeutung.
EuGH hatte Ungarns LGBTQ-Gesetz für rechtswidrig erklärt
Der politische Kurswechsel folgt auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 21. April 2026. Die Richter stellten fest, dass Ungarn mit den diskriminierenden Vorschriften gegen EU-Recht und grundlegende Werte der Union verstoßen hatte.
Das Urteil ist in der offiziellen Mitteilung des Europäischen Gerichtshofs dokumentiert. Über die aktuelle Parlamentsentscheidung berichtete auch Euronews.

Welche LGBTQ-Verbote bleiben in Ungarn bestehen?
Trotz der Reform bedeutet die Entscheidung keine vollständige Gleichstellung sexueller Minderheiten.
- Die rechtliche Anerkennung der Geschlechtsidentität von Transpersonen bleibt eingeschränkt.
- Gleichgeschlechtliche Paare dürfen weiterhin keine gemeinsamen Adoptionen vornehmen.
- Weitere Einschränkungen, darunter Regelungen zu Pride-Veranstaltungen, bestehen fort.
Für die LGBTQ-Gemeinschaft ist die Abstimmung dennoch ein bedeutender Erfolg. Ministerpräsident Magyar setzt damit ein deutliches Zeichen für einen politischen Neuanfang.
Ob weitere Reformen folgen, bleibt offen. Entscheidend wird sein, ob die Regierung auch die übrigen Einschränkungen überprüft.
Zuvor schrieben wir über Falsch herum auf dem Radweg: StVO erlaubt die Gegenrichtung nur in bestimmten Fällen
