Startseite NachrichtenErbschaftsteuer vor dem Bundesverfassungsgericht: warum Firmenerben oft Millionen sparen

Erbschaftsteuer vor dem Bundesverfassungsgericht: warum Firmenerben oft Millionen sparen

Erbschaftsteuer in Deutschland: Das Bundesverfassungsgericht prüft Steuerprivilegien für Firmenerben. Was die Regeln ab 26 Millionen Euro bedeuten.

von Mike Schwarz
Erbschaftsteuer in Deutschland: Das Bundesverfassungsgericht prüft Steuerprivilegien für Firmenerben. Was die Regeln ab 26 Millionen Euro bedeuten.

Erbschaftsteuer in Deutschland steht erneut auf dem Prüfstand. Am 13. Oktober 2026 verhandelte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über Steuerprivilegien für Unternehmenserben. Während Privatpersonen ihre Erbschaften versteuern müssen, können Firmenerben weitreichende Vergünstigungen erhalten. Diese Ungleichbehandlung wirft grundlegende Fragen zur Steuergerechtigkeit auf, berichtet die Redaktion 4thebike.de.

Warum das Bundesverfassungsgericht die Erbschaftsteuer prüft

Auslöser ist die Verfassungsbeschwerde eines Mannes, der von seiner Tante Immobilien und Wertpapiere erbte. Er musste Erbschaftsteuer zahlen und sieht darin eine verfassungswidrige Benachteiligung gegenüber Unternehmenserben.

Der Streit betrifft den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes. Das Gericht muss klären, ob die steuerliche Bevorzugung von Betriebsvermögen gerechtfertigt ist.

Nach Angaben des Bundesverfassungsgerichts können die Vergünstigungen bis zum vollständigen Steuererlass reichen.

Welche Steuervergünstigungen für Firmenerben gelten

Das Erbschaftsteuerrecht unterscheidet zwischen Privatvermögen und begünstigtem Betriebsvermögen. Für Unternehmenserben gelten unter bestimmten Voraussetzungen folgende Regelungen:

  • 85 % Steuerbefreiung bei einer Betriebsfortführung von mindestens 5 Jahren.
  • 100 % Steuerbefreiung bei einer Fortführung von 7 Jahren und zusätzlichen Voraussetzungen.
  • Ab 26 Millionen Euro begünstigtem Vermögen gelten besondere Prüfverfahren.

Bei besonders großen Erbschaften ist ein weiterer Steuererlass möglich. Entscheidend ist dabei das gesetzlich definierte verfügbare Vermögen des Erben.

Die Einzelheiten regeln das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz und die Vorschriften zur Verschonungsbedarfsprüfung.

Was eine Entscheidung für Erben und Unternehmen bedeuten könnte

Kritiker sehen in den Ausnahmen eine Begünstigung besonders vermögender Familien. Befürworter verweisen dagegen auf den Schutz von Arbeitsplätzen und familiengeführten Unternehmen.

Die zentrale Frage lautet, wie weit der Staat Unternehmenserben steuerlich entlasten darf.

Eine Entscheidung wird für Anfang 2027 erwartet. Bis dahin bleiben die bestehenden gesetzlichen Regelungen maßgeblich. Das Urteil könnte jedoch eine erneute Reform der Erbschaftsteuer für Betriebsvermögen auslösen.

Zuvor schrieben wir über Kopfhörer beim Fahrradfahren in Deutschland: § 23 StVO erlaubt Musik nur bei ausreichendem Gehör

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