Startseite NachrichtenParlamentswahl in Serbien: Studentenliste gewinnt absolute Mehrheit – wer übernimmt jetzt die Regierung?

Parlamentswahl in Serbien: Studentenliste gewinnt absolute Mehrheit – wer übernimmt jetzt die Regierung?

Parlamentswahl in Serbien: Studentenliste gewinnt 52,71 Prozent und 140 Mandate. Nach Vučićs Niederlage bleibt die künftige Regierung offen.

von Mike Schwarz
Parlamentswahl in Serbien: Studentenliste gewinnt 52,71 Prozent und 140 Mandate. Nach Vučićs Niederlage bleibt die künftige Regierung offen.

Parlamentswahl in Serbien: Die oppositionelle Studentenliste hat einen historischen Wahlsieg errungen. Nach fast 2 Jahren Massenprotesten steht das Land vor einem politischen Machtwechsel. Aleksandar Vučić räumte die Niederlage seines Regierungslagers bereits in der Wahlnacht ein. Doch wer Serbien künftig regieren soll, bleibt offen, wie die Redaktion von 4thebike.de berichtet.

Wahlergebnis in Serbien: Studentenliste erhält 140 Parlamentssitze

Nach vorläufigen Ergebnissen der serbischen Wahlkommission vom 26. Oktober gewann die Studentenliste 52,71 Prozent der Stimmen. Das Bündnis um Vučić erreichte lediglich 39,17 Prozent.

Die Sitzverteilung verdeutlicht den politischen Umbruch:

WahllisteStimmenanteilMandate
Studentenliste52,71 %140
Aleksandar Vučić – Vereinigtes Serbien39,17 %104
Liste von Ivica Dačić2,17 %0

Die Studentenliste verfügt damit über eine absolute Mehrheit im 250 Sitze umfassenden Parlament. Eine Koalition ist für die Regierungsbildung rechnerisch nicht erforderlich.

Wer wird neuer Ministerpräsident in Serbien?

Trotz des deutlichen Wahlsiegs fehlt der Protestbewegung bislang eine festgelegte Regierungsspitze. Auch Listenführer Ilija Srdanović gilt nicht automatisch als künftiger Ministerpräsident.

Die neue Führung steht vor mehreren Herausforderungen:

  • Korruptionsbekämpfung und unabhängige Strafverfolgung.
  • Reform der Justiz und staatlicher Institutionen.
  • Wiederherstellung der Medienfreiheit.
  • Festlegung eines gemeinsamen außenpolitischen Kurses.

Politikwissenschaftler Florian Bieber warnt vor den Schwierigkeiten des Übergangs. Eine Protestbewegung könne eine Regierung ablösen, müsse danach jedoch funktionierende politische Strukturen schaffen.

Warum die Studentenbewegung Vučić besiegte

Auslöser der Proteste war der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024. Dabei starben 16 Menschen. Vorwürfe über Korruption und mangelhafte Baukontrollen lösten landesweite Demonstrationen aus.

Die Bewegung entwickelte sich anschließend zu einer breiten Opposition gegen das Regierungslager.

Auch die Europäische Union verfolgt den Machtwechsel aufmerksam. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen signalisierte Unterstützung bei demokratischen Reformen.

Ob die Studentenliste ihre unterschiedlichen politischen Strömungen zusammenhalten kann, wird sich erst während der Regierungsbildung zeigen.

Zuvor schrieben wir über Kehlsteinhaus in Berchtesgaden abgebrannt: 33-Jähriger nach Großbrand in Psychiatrie untergebracht

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