Flutwelle in Nepal: Mindestens 389 Menschen sind nach der Katastrophe im Himalaya ums Leben gekommen. Mehr als 1.300 Menschen gelten weiterhin als vermisst, darunter auch ausländische Touristen und Pilger, berichtet die Redaktion 4thebike.de.
Die Sturzflut traf am 26. August das Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet. Ganze Ortschaften wurden von Wasser, Schlamm und Geröll erfasst. Die Rettungskräfte suchen weiter nach Überlebenden, meldet tagesschau.de.
Mehr als 1.300 Menschen werden noch vermisst
Nach Angaben der nepalesischen Behörden fehlt weiterhin von mehr als 1.300 Menschen jede Spur. Zu 8 deutschen Staatsangehörigen besteht ebenfalls kein Kontakt.
Unter den Vermissten befinden sich viele Pilger, Trekking-Touristen und Beschäftigte aus zahlreichen Ländern. Besonders viele Betroffene stammen aus Indien.
Bis Donnerstag konnten 573 Menschen gerettet werden. Dafür wurden 69 Hilfsflüge eingesetzt.
Die wichtigsten bisher bekannten Zahlen:
| Lage | Stand |
|---|---|
| Todesopfer | mindestens 389 |
| Vermisste | mehr als 1.300 |
| Vermisste Deutsche | 8 |
| Gerettete | 573 |
| Hilfsflüge | 69 |
| Rettungskräfte | mehr als 13.000 |
Die Opferzahl könnte weiter steigen. Einige Leichen wurden weit flussabwärts bis in Richtung der indischen Grenze gefunden.
Gletscherabbruch gilt als wahrscheinlicher Auslöser
Als Ursache gilt derzeit ein massiver Gletscherabbruch im Himalaya. Eis, Felsen und Geröll stürzten ins Tal und lösten eine gewaltige Flut aus.
Reuters berichtet ebenfalls von einem kollabierten Gletscher. Die Trümmermassen bewegten sich mit hoher Geschwindigkeit durch das Flusssystem.
Der US Geological Survey registrierte am 26. August zudem ein Ereignis der Magnitude 5,2 nahe Nepal. Die genaue Verbindung zur Katastrophe wird weiter untersucht.

Ganze Dörfer und Verkehrswege wurden zerstört
Die Wassermassen rissen Häuser, Straßen und Brücken mit. Besonders schwer betroffen sind Gebiete entlang des Trishuli-Flusses und im Distrikt Rasuwa.
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das Katastrophengebiet um Timure und Syabrubesi. Straßenverbindungen wurden teilweise gesperrt.
Rettungsteams kämpfen vor allem mit diesen Problemen:
- zerstörte oder verschüttete Straßen;
- unterbrochene Kommunikationsverbindungen;
- große Mengen Schlamm und Geröll;
- schwer erreichbare Bergregionen;
- Gefahr weiterer Überschwemmungen.
Dadurch können manche Gebiete weiterhin hauptsächlich aus der Luft erreicht werden. Mehr als 13.000 Einsatzkräfte sind nach Behördenangaben beteiligt.
Gefahr einer weiteren Sturzflut bleibt bestehen
Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Chinesische Behörden überwachen einen neu aufgestauten See oberhalb des Katastrophengebiets.
Dort sollen sich bereits rund 2 Millionen Kubikmeter Wasser gesammelt haben. Ein Überlaufen könnte eine weitere Sturzflut in Nepal und Tibet auslösen.
Auch zusätzliche Regenfälle erhöhen das Risiko. Anwohner und Rettungskräfte sollen gefährdete Uferbereiche meiden.
Internationale Hilfe ist inzwischen angelaufen. Indien, Deutschland, die USA, die EU und die Vereinten Nationen haben Unterstützung zugesagt.
Zuvor schrieben wir über Schauspieler Tim Curry gestorben: Seine größten Rollen von Pennywise bis Frank-N-Furter
