Startseite DeutschlandRussland-Spionage in Berlin: Ilona W. soll Kreml-Kontakt mit Informationen zur Verteidigung versorgt haben

Russland-Spionage in Berlin: Ilona W. soll Kreml-Kontakt mit Informationen zur Verteidigung versorgt haben

Russland-Spionage in Berlin: Die Bundesanwaltschaft klagt Ilona W. an. Sie soll Informationen zur Verteidigungspolitik für Russland beschafft haben.

von Mike Schwarz
Russland-Spionage in Berlin: Die Bundesanwaltschaft klagt Ilona W. an. Sie soll Informationen zur Verteidigungspolitik für Russland beschafft haben.

Russland-Spionage in Berlin beschäftigt nun das Kammergericht. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen die deutsch-ukrainische Staatsangehörige Ilona W. erhoben. Sie soll Kontakte zu einem Mitarbeiter der russischen Botschaft gepflegt und Informationen zur deutschen Verteidigungspolitik beschafft haben, berichtet die Redaktion von 4thebike.de.

Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ilona W.

Die Anklage wurde bereits am 7. September 2026 beim Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin eingereicht. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft am 14. September.

Ilona W. wird geheimdienstliche Agententätigkeit für eine fremde Macht vorgeworfen. Sie sitzt seit ihrer Festnahme am 21. Januar 2026 in Untersuchungshaft.

Nach Darstellung der Ermittler betrieb die Frau in Berlin eine Marketingagentur. Außerdem leitete sie einen Lobbyverein. Dadurch soll sie über Kontakte in politische und militärische Kreise verfügt haben.

Kontakte zur russischen Botschaft seit 2023

Spätestens seit Oktober 2023 soll Ilona W. mit einem hauptamtlichen Geheimdienstmitarbeiter der russischen Botschaft in Berlin in Verbindung gestanden haben.

Die Ermittler werfen ihr mehrere Aktivitäten vor:

  • Hinweise auf hochkarätige Veranstaltungen weitergegeben zu haben;
  • dem Kontaktmann Zugang zu Veranstaltungen ermöglicht zu haben;
  • mögliche Zielpersonen für ein Netzwerk identifiziert zu haben;
  • Kontakte im Verteidigungsministerium gesucht zu haben;
  • Personen aus der Rüstungsindustrie angesprochen zu haben.

Teilweise soll der russische Kontaktmann Veranstaltungen unter falschem Namen besucht haben. Dadurch sollte nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft ein eigenes nachrichtendienstliches Netzwerk entstehen.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht damit nicht nur die Weitergabe einzelner Informationen, sondern der mutmaßliche Aufbau langfristiger Kontakte.

Deutsche Verteidigungspolitik soll Ziel gewesen sein

Besonders brisant sind die mutmaßlichen Informationsinteressen. Ilona W. soll sich im Auftrag ihres Kontaktmannes mit der deutschen Verteidigungspolitik und der Rüstungsindustrie beschäftigt haben.

Bei ihrer Festnahme im Januar hatte die Bundesanwaltschaft bereits erklärt, die Verdächtige habe Informationen über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Drohnenlieferungen an die Ukraine beschafft. Tagesschau berichtete damals über die Ermittlungen.

PunktStand der Ermittlungen
BeschuldigteIlona W.
Staatsangehörigkeitdeutsch und ukrainisch
Kontakt seitspätestens Oktober 2023
Festnahme21. Januar 2026
Anklage7. September 2026
GerichtKammergericht Berlin
Vorwurfgeheimdienstliche Agententätigkeit

Der Staatsschutzsenat muss nun prüfen, ob die Anklage zugelassen wird. Erst danach steht fest, ob es zu einer Hauptverhandlung kommt.

Für Ilona W. gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

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