Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 bringt einen politischen Einschnitt: Die AfD gewinnt die Wahl mit rund 44 Prozent. Die CDU verliert mehr als die Hälfte ihres Stimmenanteils und fällt auf etwa 18 Prozent. Damit wird die AfD erstmals stärkste Kraft bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wie die Redaktion von 4thebike.de berichtet.
Nach der aktuellen ARD-Hochrechnung erreicht die AfD ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl. 2021 hatte sie noch 20,8 Prozent erhalten. Die CDU kam damals unter Reiner Haseloff auf 37,1 Prozent.
AfD verdoppelt Ergebnis, CDU verliert massiv
Der Abstand zwischen beiden größten Parteien ist außergewöhnlich groß. Die AfD gewinnt mehr als 20 Prozentpunkte hinzu. Für die CDU bedeutet das Ergebnis dagegen ein historisches Tief in Sachsen-Anhalt.
Die aktuellen Werte zeigen die Verschiebung deutlich:
| Partei | 2026, Hochrechnung | 2021 |
|---|---|---|
| AfD | rund 44 % | 20,8 % |
| CDU | rund 18 % | 37,1 % |
| SPD | rund 9 % | 8,4 % |
| Linke | rund 9 % | 11,0 % |
| Grüne | rund 9 % | 5,9 % |
| BSW | rund 5 % | – |
| FDP | rund 2 % | 6,4 % |
Die offiziellen Zwischenergebnisse veröffentlicht die Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird erst nach vollständiger Auszählung erwartet.
Wer kann Sachsen-Anhalt künftig regieren?
Eine Alleinregierung der AfD ist nach der aktuellen Sitzprojektion nicht gesichert. Gleichzeitig schließen CDU, SPD, Grüne und Linke eine Koalition mit der AfD aus.
Damit bleiben nur wenige realistische Modelle:
- eine mögliche Minderheitsregierung unter Führung der CDU;
- wechselnde Mehrheiten im Landtag;
- eine besondere Rolle des BSW bei einzelnen Abstimmungen.
BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig erklärte in der ARD, ihre Partei wolle Sachfragen jeweils einzeln bewerten. Eine Wahl von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten unterstützte sie jedoch nicht, schrieben goldmetr.de.
Eine Fortsetzung der bisherigen Koalition aus CDU, SPD und FDP ist nicht möglich. Auch für ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen reicht die aktuelle Sitzverteilung nicht.
Wahlergebnis verändert politische Kräfteverhältnisse
Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Die Partei geht rechtlich gegen diese Bewertung vor.
Besonders schwer wiegt das Ergebnis für Ministerpräsident Sven Schulze. Er hatte das Amt erst im Januar von Reiner Haseloff übernommen und konnte dessen früheren Amtsbonus nicht halten.
Der neue Landtag muss spätestens am 6. Oktober 2026 zusammentreten. Eine feste Frist für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten gibt es nicht. Bis zur Bildung einer neuen Regierung bleibt die bisherige Landesregierung geschäftsführend im Amt.
Die entscheidende Frage nach diesem Wahlabend lautet deshalb nicht mehr, wer gewonnen hat. Offen ist vielmehr, ob sich überhaupt eine stabile Regierung ohne die AfD bilden lässt.
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