Startseite NachrichtenErste Anklage gegen mutmaßlichen Nord-Stream-Saboteur: Serhii K. muss in Hamburg vor Gericht

Erste Anklage gegen mutmaßlichen Nord-Stream-Saboteur: Serhii K. muss in Hamburg vor Gericht

Nord-Stream-Sabotage: Serhii K. wird als mutmaßlicher Leiter des Anschlags angeklagt. Telefonate und Handydaten sollen ihn belasten.

von Mike Schwarz
Nord-Stream-Sabotage: Serhii K. wird als mutmaßlicher Leiter des Anschlags angeklagt. Telefonate und Handydaten sollen ihn belasten.

Erste Anklage gegen einen mutmaßlichen Nord-Stream-Saboteur: Der Generalbundesanwalt beschuldigt den Ukrainer Serhii K., die Sprengung der Ostsee-Pipelines im September 2022 koordiniert zu haben. Der ehemalige Offizier soll die Besatzung der Segeljacht „Andromeda“ geführt haben, berichtet die Redaktion von 4thebike.de.

Abgehörte Gespräche sollen Serhii K. belasten

Nach Recherchen von ARD, „Süddeutscher Zeitung“ und „Zeit“ stützt sich die Anklage auf Telefonate und Daten seines Mobiltelefons. K. soll während seiner Auslieferungshaft in Italien mit Bekannten über den Anschlag gesprochen haben.

Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Angriffe auf zivile Energieinfrastruktur, eine Sprengstoffexplosion und die Zerstörung von Bauwerken vor. Bereits der Haftbefehl bezeichnete ihn als mutmaßlichen Koordinator der Operation.

Die zentralen Vorwürfe lauten:

  • Leitung des mutmaßlichen Sabotageteams
  • Kommando an Bord der „Andromeda“
  • Beteiligung an der Vorbereitung der Sprengsätze
  • Angriff auf drei Stränge von Nord Stream 1 und 2

Ob die Beweise für eine Verurteilung reichen, entscheidet allein das Gericht. Die Verteidigung hat sich zu den neuen Angaben zunächst nicht öffentlich geäußert.

Erste Anklage gegen mutmaßlichen Nord-Stream-Saboteur: Serhii K. muss in Hamburg vor Gericht

Prozess vor dem Oberlandesgericht Hamburg

Serhii K. befindet sich nach seiner Auslieferung aus Italien in deutscher Untersuchungshaft. Der Prozess soll im Herbst vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht beginnen.

PunktStand
AngeklagterSerhii K.
Tatzeit26. September 2022
TatortOstsee nahe Bornholm
GerichtHanseatisches Oberlandesgericht
Prozessbeginnvoraussichtlich Herbst 2026

Der Bundesgerichtshof hält die deutsche Strafgewalt für gegeben. Die Schäden hätten auch deutsche Interessen und Pipelineabschnitte betroffen. Eine von der Verteidigung beanspruchte funktionelle Immunität wurde zurückgewiesen.

Zuvor schrieben wir über Magnetsturm-Prognose für Juli 2026 in Deutschland: kritische Tage und Kp-Werte im Monatsüberblick

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