Erste Anklage gegen einen mutmaßlichen Nord-Stream-Saboteur: Der Generalbundesanwalt beschuldigt den Ukrainer Serhii K., die Sprengung der Ostsee-Pipelines im September 2022 koordiniert zu haben. Der ehemalige Offizier soll die Besatzung der Segeljacht „Andromeda“ geführt haben, berichtet die Redaktion von 4thebike.de.
Abgehörte Gespräche sollen Serhii K. belasten
Nach Recherchen von ARD, „Süddeutscher Zeitung“ und „Zeit“ stützt sich die Anklage auf Telefonate und Daten seines Mobiltelefons. K. soll während seiner Auslieferungshaft in Italien mit Bekannten über den Anschlag gesprochen haben.
Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Angriffe auf zivile Energieinfrastruktur, eine Sprengstoffexplosion und die Zerstörung von Bauwerken vor. Bereits der Haftbefehl bezeichnete ihn als mutmaßlichen Koordinator der Operation.
Die zentralen Vorwürfe lauten:
- Leitung des mutmaßlichen Sabotageteams
- Kommando an Bord der „Andromeda“
- Beteiligung an der Vorbereitung der Sprengsätze
- Angriff auf drei Stränge von Nord Stream 1 und 2
Ob die Beweise für eine Verurteilung reichen, entscheidet allein das Gericht. Die Verteidigung hat sich zu den neuen Angaben zunächst nicht öffentlich geäußert.

Prozess vor dem Oberlandesgericht Hamburg
Serhii K. befindet sich nach seiner Auslieferung aus Italien in deutscher Untersuchungshaft. Der Prozess soll im Herbst vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht beginnen.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Angeklagter | Serhii K. |
| Tatzeit | 26. September 2022 |
| Tatort | Ostsee nahe Bornholm |
| Gericht | Hanseatisches Oberlandesgericht |
| Prozessbeginn | voraussichtlich Herbst 2026 |
Der Bundesgerichtshof hält die deutsche Strafgewalt für gegeben. Die Schäden hätten auch deutsche Interessen und Pipelineabschnitte betroffen. Eine von der Verteidigung beanspruchte funktionelle Immunität wurde zurückgewiesen.
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