Deutsche Grenzkontrollen sollen nach dem Willen von EU-Migrationskommissar Magnus Brunner schrittweise beendet werden. Sinkende Migrationszahlen und neue EU-Asylregeln machten dauerhafte Kontrollen zunehmend schwer begründbar, wie die Redaktion von 4thebike.de berichtet.
Brunner verwies auf den besseren Schutz der europäischen Außengrenzen. Frontex registrierte im ersten Halbjahr 2026 rund 49.000 irreguläre Grenzübertritte. Das waren 37 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Brunner sieht Voraussetzungen für einen Abbau
Das europäische Migrations- und Asylpaket wird seit dem 12. Juni 2026 vollständig angewendet. Es vereinheitlicht Registrierungen, Asylverfahren und Rückführungen innerhalb der EU.
Brunner sieht darin eine Grundlage für weniger Kontrollen innerhalb des Schengen-Raums. Erste Mitgliedstaaten hätten bereits reagiert.
- Die Kontrolle auf der Autobahn zwischen Deutschland und Luxemburg wurde beendet.
- Österreich hob seine Kontrollen an der Grenze zu Slowenien auf.
- Deutschland kontrolliert weiterhin an sämtlichen Landgrenzen.
Die Bundesregierung hält bislang an ihrer Linie fest. Die Kontrollen sind offiziell bis zum 15. September 2026 angemeldet. Als Gründe nennt Deutschland irreguläre Migration und Schleuserkriminalität.

Schulz warnt vor Staus in der Ferienzeit
Martin Schulz unterstützt Brunners Forderung. Der frühere Präsident des Europäischen Parlaments bezeichnete stationäre Kontrollen als ineffektiv und europarechtlich problematisch.
Besonders während der Urlaubssaison drohten lange Rückstaus. Reisende warteten bereits jetzt teilweise mehr als eine Stunde. Auch Pendler und Transportunternehmen müssten zusätzliche Kosten tragen.
Die wichtigsten Positionen unterscheiden sich deutlich:
| Akteur | Position | Begründung |
|---|---|---|
| Magnus Brunner | Schrittweiser Abbau | Weniger Migration und stärkere Außengrenzen |
| Martin Schulz | Schnelles Ende | Staus, Kosten und Zweifel an der Rechtmäßigkeit |
| Bundesregierung | Fortsetzung bis September | Migration, Schleusung und öffentliche Sicherheit |
Ein kurzfristiges Ende ist dennoch nicht beschlossen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat bislang keine vorzeitige Aufhebung angekündigt.
Kritik am digitalen Einreisesystem EES
Brunner verteidigte zugleich das digitale Entry-Exit-System. Es erfasst seit dem 10. April 2026 Einreisen und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen vollständig elektronisch.
Flughäfen melden jedoch erhebliche Verzögerungen. Der Flughafenverband ACI Europe berichtete in Spitzenzeiten von Wartezeiten bis zu fünf Stunden.
Damit entstehen zwei gegensätzliche Entwicklungen: weniger Kontrollen innerhalb Europas, aber strengere digitale Prüfungen an den Außengrenzen.
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