Ronald Rauhe wird neuer Sportstaatsminister im Kanzleramt und übernimmt eines der sichtbarsten Ämter der deutschen Sportpolitik. Der 44-Jährige kommt aus dem Spitzensport und bringt bislang kaum klassische Regierungserfahrung mit. Bundeskanzler Friedrich Merz setzt bewusst auf praktische Sportkompetenz, wie die Redaktion von 4thebike.de berichtet.
Die Bundesregierung bestätigte die Ernennung am 3. September 2026. Rauhe ist ab sofort für Sport- und Ehrenamtspolitik zuständig. Merz bezeichnete Sport dabei als wichtiges Aufgabenfeld der Bundesregierung. Das geht aus der offiziellen Mitteilung der Bundesregierung hervor.
Vom Olympiasieger ins Kanzleramt
Der Olympiasieger Ronald Rauhe kennt Leistungssport aus eigener Erfahrung. 2004 gewann er in Athen Gold im Zweier-Kajak über 500 Meter. 2021 folgte in Tokio Gold im Vierer über dieselbe Distanz.
Seine wichtigsten sportlichen Stationen zeigen die Dimension seiner Karriere:
| Jahr | Erfolg |
|---|---|
| 2000 | Olympia-Bronze im K2 |
| 2004 | Olympia-Gold im K2 |
| 2008 | Olympia-Silber im K2 |
| 2016 | Olympia-Bronze im K1 |
| 2021 | Olympia-Gold im K4 |
Insgesamt gewann Rauhe 16 WM-Titel. Seine aktive Karriere beendete er nach den Spielen von Tokio. Der Deutsche Kanu-Verband führt zudem zahlreiche EM- und nationale Titel in seiner offiziellen Athletenbilanz.

Olympia-Bewerbung setzt Rauhe sofort unter Zeitdruck
Für den neuen Staatsminister für Sport und Ehrenamt beginnt die politische Arbeit ohne Schonfrist. Mehrere große Projekte befinden sich bereits in entscheidenden Phasen.
Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören:
- die deutsche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele;
- die weitere Reform des deutschen Spitzensports;
- bessere Bedingungen für Millionen ehrenamtlich Engagierte.
Besonders knapp ist der Zeitplan bei Olympia. Der DOSB entscheidet am 26. September 2026 über den deutschen Kandidaten. Im Rennen sind Berlin, München und KölnRheinRuhr. Das bestätigt der Deutsche Olympische Sportbund.
Deutschland interessiert sich für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Damit wird die Olympia-Bewerbung Deutschland zu Rauhes erstem großen politischen Belastungstest, berichtet spowo.ch.
Rauhe folgt auf Christiane Schenderlein
Rauhe übernimmt das Amt von Christiane Schenderlein. Sie wechselte Ende Juli als parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium.
Die wochenlange Vakanz hatte im deutschen Sport Kritik ausgelöst. Kurz vor der Olympia-Entscheidung fehlte damit die politische Führung im Kanzleramt. Auch die Sportschau berichtete über die Personalentscheidung und den Zeitdruck.
Rauhe kündigte zugleich einen stärkeren Einsatz für das Ehrenamt an. Freiwillig Engagierte verdienten „weniger Hürden, mehr Unterstützung und vor allem unsere volle Wertschätzung“.
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